Gesellschaft | 09.10.2013

Peeping Shnit

Text von Anita Béguelin | Bilder von zvg (Shnit)
Reta Guetg, künstlerische Co-Leiterin des Shnit-Festivals, erzählt vom Jagen erotischer Kurzfilme, von sinnlichen Animationsfilmen und überraschten Gesichtern.
Szenen in einem Peeping Shnit-Film sind mehr als "rein-raus".
Bild: zvg (Shnit)

Das Peeping Shnit war dieses Jahr zum fünften Mal Teil des Kurzfilmfestivals Shnit. Wie entstand die Idee dazu?

Die Drahtzieherin war Eva Schweizer, sie ist aktuell Mitglied der Programmkommission und hatte die Idee dazu. Es gibt viele mutige Kurzfilme, die in diesem Bereich experimentieren und Erotik auf unterschiedliche und interessante Weise behandeln. Eva ergriff die Initiative und so wurde das Peeping Shnit lanciert.

 

Gezeigt werden Filme mit mehr oder weniger erotischem Inhalt. Wie werden die Beiträge ausgewählt?

Es ist ein Sammeln und Jagen. Zum Teil werden uns Filme zugeschickt, wir recherchieren aber auch, finden Kurzfilme im Internet, an anderen Festivals und erhalten Empfehlungen. Man muss sich aber auf die Suche begeben, um gute Filme zu finden, die auch unseren Qualitätsstandards entsprechen. Wir wollen ja keine Pornofilmchen zeigen.

 

Was unterscheidet die ausgewählten Filme von Pornografie?

Die Grundidee ist eine andere, es ist mehr als “Rein-Raus”. Die Kurzfilme sollen die Sinne ansprechen. Wir suchen nach Filmen, die mehr bieten können als nur Sex zu zeigen. Manche erzählen eine Geschichte, andere, wie die Schwarz-Weiss-Aufnahmen der 20er-Jahre, zeigen uns, wie prüde wir dagegen heute sind. Wir wollen verschiedene Facetten zeigen und das Thema vielfältig angehen.

 

Gab es auch schon negative Rückmeldungen von entrüsteten Besuchenden?

Bis jetzt nie, die Leute sind eher überrascht darüber, was sie zu sehen bekommen. Sie können sich kaum vorstellen, dass zum Beispiel animierte Filme erotisch und sinnlich sein können. Gleichzeitig soll das Peeping Shnit auch unterhalten, die Kurzfilme sind oft witzig, die Botschaft wird mit einem Augenzwinkern übermittelt.

 

Was denkst du, warum erfreut sich das Peeping Shnit so grosser Beliebtheit?

Es behandelt ein Thema, das alle auf eine bestimmte Weise interessiert. Meistens kippen Filme zum Thema Sex aber in pornografische Darstellungen über. Das ist bei uns nicht der Fall. Beim Peeping Shnit geht es trotz Erotik um Filmkunst.

 

Manche meinen, das Peeping Shnit sei bezeichnend für das ganze Festival. Stimmst du dem zu?

Das ist eine interessante Frage. Das Peeping Shnit ist insofern bezeichnend für das Shnit-Festival, als dass es mutig und innovativ ist. Die Filme überraschen und unterhalten die Besuchenden. Sie sind definitiv ein fester Bestandteil des Festivals geworden.