Sport | 01.09.2013

Einheimischer König

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Burgdorf ist zu Ende. Was bleibt, ist ein neuer König und die Vorfreude aufs nächste Eidgenössische in drei Jahren in der Westschweiz.
Der grosse Moment: Sempach legt Stucki auf den Rücken.
Bild: Manuel Lopez Peter Michel aus dem Berner Oberland gewinnt zum dritten Mal in Folge den Final der Steinstösser. Verdiente Jubel, der Schwingerkönig bis 2016 steht fest.

Matthias Sempach ist der neue Schwingerkönig. Nach elf Minuten und 45 Sekunden legt er den Berner Verbandskollege Christian Stucki im Schlussgang auf den Rücken. Beide Männer wurden vor dem Fest als Hauptfavoriten gehandelt. Für Sempach ist es der erste Königstitel nach seinen beiden Eidgenössischen Kränzen. Der Titel hat für den 27-Jährigen eine spezielle Bedeutung: Der Landwirt und Metzger wohnt in Alchenstorf, welches nur wenige Kilometer von Burgdorf entfernt liegt.

Seinen Titel behält der 110-Kilobrocken für drei Jahre. Dann findet das nächste Eidgenössische Schwingfest statt. Austragungsort 2016 wird Estavayer-Le-Lac sein.

 

Im Hintergrund

Traditonsgemäss werden dort auch die Steinstösser anwesend sein – sie gehören wie die Schwinger und die Hornusser zum Programm eines Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests. Allerdings gehen die Kraftpakete neben der Schwingkonkurrenz unter, da sie ihren Wettkampf ausserhalb der Hauptarena abhalten. Nur der Final mit dem “Unspunnenstein” findet im Stadion statt. Wie bei den “Bösen” kommt es bei den Steinstössern zu einem Favoritensieg. Peter Michel aus Interlaken stösst zum dritten Mal in Folge (2007 Aarau, 2010 Frauenfeld) den 83.5 Kilogramm schweren Stein am weitesten.

 

Faire Fans

Bemerkenswert am ganzen Anlass ist die Ruhe, welche im Publikum herrscht. Verärgerte Buh-Rufe oder Beleidigungen gegen die Kampfrichter sucht man vergebens. Einzig, wenn ein Schwinger des eigenen Verbandes seinen Gang gewinnt, wird es auf der jeweiligen Tribüne für einen kurzen Moment laut. Damit beweisen die Schwingfans, dass auch ohne Gewalt gute Stimmung herrschen kann – und dies bei einer Menge von über 120’000 Personen.