Kultur | 04.09.2013

Die Indie- und Elektrowelt gehört Zürich

Die vierte Ausgabe des Zürich Open-Airs vom 29. August bis 1. September ist das letzte grosse Festival der Saison 2013 in der Schweiz. Die Tage und Abende gehören grossen Klängen, Melodien und der Gitarrenmusik, während die Nacht mit tiefen Bässen zum Tanzerlebnis wird. Das Wetter, die Bands und die Besucher nutzen die letzte Chance dieses Jahres, um noch einmal in die Festivalwelt einzutauchen.
Der Brite Tom Odell begeistert das Publikum.
Bild: Laura Quadri Die vierte Ausgabe des Zürich Open-Airs startete vielversprechend. Lockere Festivalstimmung.

Die Anreise mit ÖV verläuft problemlos. Vom Bahnhof Glattbrugg findet man das Festivalgelände ohne unnötigen Anstrengungen. Doch wer mit dem Auto kommt, steht vor einem Rätsel. Das Festivalgelände ist nicht ausgeschildert und wer sich in der Region Zürich nicht auskennt, ist ziemlich planlos. Es gibt keinen Parkplatz auf dem Festivalgelände, wodurch man gezwungen wird das Auto am Flughafen zu parken, allerdings findet man von dort leicht zum Gelände und hat die ersten Strapazen überstanden.

 

Wenn man am Festivalplatz des Zürich Open-Airs vorbeifährt, denkt man: “Ist das süss.” Der Zeltplatz ist klein, doch verfügt über genügend Platz, so dass alle Camper ihr Zelt aufstellen und somit das letzte Festival starten kann. Langsam füllt sich das Gelände und man geniesst die ersten Konzerte in der Abendsonne. Am Donnerstag hat es noch nicht viele Besucher, es gibt kein Gedränge und keine langen Schlangen. Trotzdem ist die Atmosphäre mit der typischen Festivalstimmung gefüllt, der Alkohol fliesst und die Nacht verspricht spannend zu werden.

 

In Trance

Die Stimmung brodelt, mit Two Door Cinema Club beginnt der Weg in die Nacht. Die drei Indie-Rocker aus Nordirland spielen ihre Hits und das Publikum vor der Tent Stage bebt und singt mit. Die Band hat sichtlich Freude in Zürich spielen zu können und überträgt diese Stimmung auf ihre Fans, welche die in Energie umwandeln und der Band ihre Ehre erweisen. Nach dem Trio im Zelt verschob sich der Mittelpunkt auf die Blue Stage zum grossen Headliner des Donnerstagabends: Nine Inch Nails. Der typische Electro-New Wave und die grandiose Lichtshow versetzten die Zuschauer in Trance und vereinten Jahrgänge zwischen 1963 und 1995 miteinander. Es gibt Besucher, welche die Musik aus den USA seit vielen Jahren schätzen und andere wiederum lernen sie gerade kennen. Sinn und Zweck eines Open-Airs wurde somit erreicht.

 

Erfüllt von tiefen Bässen

Nun wird es Zeit, dass man in das Electro und Dance Universum eintritt und zu Boys Noize die Welt um sich herum vergisst. Die erste Nacht des Open-Airs wird mit den Drum and Bass Rhythmen des Deutschen erfüllt und der Dance Circus, wie dieses Zelt genannt wird, kann nicht stillhalten. Man hat genügend Platz, um seine Tanzkünste zu zeigen und die Besucher geniessen die erste Nacht.

Nach dem Auftritt von Gesaffelstein lichtet sich das Publikum langsam, man geht schlafen. Schliesslich ist es die erste Nacht und man möchte für die weiteren drei Tage mit Leckerbissen aus der Alternative- und Electroscene ausgeruht sein.

 

Tag nach der kalten Nacht

Die Nacht war sehr kalt, doch bereits um neun Uhr am Freitagmorgen werden die Schlafenden von der Hitze im Zelt und dem Flugverkehr geweckt. Es beginnt der zweite Tag des vierten Zürich Open-Airs und dieser gehört den Anhängern der Alternative-Musik.

 

Konzerte der grossen Klänge

Von Belle & Sebastian, einer britischen Indie-Pop Band wird man in den Sonnenuntergang begleitet, so jedenfalls kommt es einem vor. Viele Besucher sitzen einfach auf der Wiese vor der Hauptbühne, geniessen die feinen und verträumten Melodien und freuen sich auf eine weitere Nacht voller Höhepunkte.

Das Newcomer Talent Tom Odell fasziniert mit einer grandiosen Leistung und wunderbaren Ausstrahlung. Sein Lachen steckt die Zuschauer an und die Freude steht ihm ins Gesicht geschrieben.  Ein sympathischer, junger Mann, dem sich in seiner Karriere noch viele Türen öffnen werden.

 

Stimmung – Ein Zwiespalt bildet sich

Nun ist es Zeit für den ersten Headliner des Abends: Franz Ferdinand. Vor einer Woche erschien ihr neues Album “Right Thougth, Right Worde, Right Action” mit welchem sie nun erneut auf Tour sind und auch einen Stopp am Zürich Open-Air machen. Die Band zieht das Publikum in seinen Bann und es werden sowohl die neuen, wie auch die alten Songs bis in die hinteren Reihen mitgesungen. Franz Ferdinand ist eine Open-Air-Band, die animiert und zum Mitsingen anregt.

Doch bei Arctic Monkeys, dem zweiten grossen Headliner, geht dieses Phänomen verloren. Die Briten liefern eine einwandfreie und qualitativ sehr hohe Show, spielen alle ihre Hits, doch es scheint, als geht ein Teil der Stimmung verloren oder ändere sich. Einerseits kippt die Stimmung, weil man sich in der ersten Reihen kaum aufrecht halten kann und die Security mehrere Besucherinnen betreuen muss, andererseits gibt es in den hinteren Reihen Menschen, die reglos an ihren Plätzen stehen und das Konzert geniessen.

 

Der Wechsel zu den Bässen

Durch Trentemoller schleicht sich nun der Elektro in die Gitarrenklänge und die Nacht kommt. Spätestens bei Sub Focus tauchen die Besucher und Besucherinnen erneut in die Electrowelt ein und spüren die tiefen Bässe, welche sich bei Pendulum durch Dubstep ergänzen. Kein Bein steht still und die Nacht ist in vollem Gange. Doch nach dem Auftritt der Drum and Bass Könige leert sich das Festivalgelände schnell, schliesslich ist es vier Uhr in der Frühe und bald fährt der erste Zug in die Stadt.

Auch der zweite Tag am Zürich Open-Air ist ohne grosse Pannen verlaufen und hilft dem jungen Festival weiter zu wachsen. Nun freuen sich die Open-Air Gäste auf weitere zwei Tage mit den Ärzten, Elle Goulding, sowie the XX und vielen weiteren Highlights.