Kultur | 15.08.2013

Musik und Kunst für sauberes Wasser

Am Wochenende wurde das Open Air Basel geboren. Die Eltern, Viva Con Agua und die Kaserne Basel, können stolz sein. Das Musikfestival, das letztes Jahr noch nach beiden Organisationen benannt war, geht nun neue Wege, bleibt der Grundidee aber treu: das Spenden für den guten Zweck nicht mit Mühe sondern mit Spass verbinden.
Sieben Künstler malten für sauberes Wasser in Mosambik, so auch Linus von Moos, besser bekannt als "Rips1".
Bild: Katharina Good Es war ein Festival für grosse und kleine Musikfans, am Nachmittag sogar gratis. Zum ersten Mal fand auch das European Skateboard Open bei der Kaserne Basel statt. Wie alle bei Viva Con Agua leisteten auch die jungen Designer ehrenamtliche Arbeit.

Das ehemalige “Viva con Agua & Kaserne Basel Festival” wurde dieses Jahr als “Open Air Basel” neu aufgegleist. Unabhängiger, langfristig planend und auch gegen unsichere Faktoren wie schlechtes Wetter abgesichert soll es sein. Um dies alles zu erreichen musste die Idee des Gratisfestivals “für alle” aufgegeben werden, neu bezahlte das Publikum ab 19 Uhr einen Eintrittspreis für die internationalen Bands. So konnten nachmittags weiterhin Kinder vor der Bühne spielen und Jugendliche stellten ihr Können im Skate-Park umsonst unter Beweis. Aber auch abends war das Festivalgelände beim Dreispartenhaus Kaserne Basel voller junger Musikbegeisterter. “Wir haben bisher keinen grossen Unterschied zu den letzten Jahren festgestellt”, freute sich Danielle Bürgin, Festivalpräsidentin und Präsidentin von Viva Con Agua Schweiz. “Bei den Hauptacts wie GusGus war der Besucheranlauf auf jeden Fall vergleichbar zum letzten Jahr.”

 

Neue Projekte möglich

 

Mit der Neuausrichtung übernahm Sandro Bernasconi, musikalischer Leiter bei der Kaserne Basel, die Organisation des Musikprogramms in eigener Sache. Viva Con Agua konnte sich somit stärker auf das Rahmenprogramm konzentrieren und damit neue Möglichkeiten schaffen, um auf dem Festivalgelände Geld für ihre Wohltätigkeitsprojekte zu sammeln.

 

Kunst für den guten Zweck

 

Während den zwei Festivaltagen fielen nicht nur die Pavillons auf, an denen man das Depotgeld für die Mehrwegbecher spenden konnte, sondern auch die Stände des sogenannten “Art Specials – Viva con Agua”. Da stand Gaspard Weissheimer an einer mobilen Siebdruckstation und bedruckte speziell für das Hilfsprojekt gestaltete Motive junger Künstler und Designer auf Stoffe von Basler Modelabels. Weil die Materialkosten, wenn auch nur in letzter Stunde, durch einen gezielten Spendenaufruf im Internet gedeckt worden waren, konnte der Erlös der verkauften T-Shirts direkt an das Hilfsprojekt in Südostafrika, genauer in Mosambik fliessen.

 

Am Anfang des Festivals bekamen Künstlerinnen und Künstler grosse weisse Leinwände, die sie mit ihrer jeweiligen Bildsprache aus der Street-Art-Szene gestalteten. Ehrenamtlich, wie alle Mitarbeiter bei Viva Con Agua, arbeiteten die inzwischen anerkannten Kunstschaffenden an ihren Motiven, die dann zu Taschen geschnitten und weiterverarbeitet werden. Die meisten Künstler, darunter Frau Meier aus Deutschland, Isabel Jakob aus Zürich oder Enrique Pekok aus Mexiko, malten ein einheitliches Bild auf der grossen Leinwand, achteten aber darauf, dass auf allen 15 Flächen, die dann eine Tasche ergeben würden, etwas Charakteristisches zu sehen sei. Bis spät in die Nacht arbeiteten die Künstler an beiden Festivaltagen. So liess auch Maja Hürst, die unter dem Namen Tika bekannt ist, nicht von ihrer Leinwand mit der schwimmenden Frau los. “Solange sie noch auf der Bühne sind, kann auch ich weitermachen”, sagte sie und zeigte auf die Band Chrystal Fighters, vor der das Publikum gerade hemmungslos tanzte.

 

“All Profit Organisation”

 

Noch wurden die bemalten Leinwände nicht zu “Art Bags” weiterverarbeitet. Das Projekt läuft bis zum 20. August, bis dann können Kunstliebhaber auf der Projektwebseite an der Versteigerung teilnehmen und eines der Street-Art-Motive für sich ergattern. Der Einstiegspreis, der laut Projektinitiantin Josina Schiff an das Publikum angepasst worden sei, war mit achtzig Franken vielleicht doch etwas hoch gegriffen für die Festivalbesucher. Schiff, die selbst im Norden Mosambiks aufwuchs, ist dennoch zufrieden. Für sie war neben dem Spendensammeln auch wichtig, die regionalen und internationalen Künstler zusammenzubringen. Dafür nehme sie auch die intensive Arbeit und die angefallenen Reisekosten auf sich. Andere Hilfsorganisationen, die sie in Mosambik kennengelernt habe, würden den Mitarbeitern viel Geld auszahlen. Viva Con Agua sei eine “All Profit Organisation”, die intensive Arbeit an den Projekten gebe ihr viel zurück. Wie Spenden soll auch das Sammeln Freude bereiten.

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