Kultur | 31.08.2013

Junge Musikerin mit reifer Musik

Text von Vivienne Kuster | Bilder von Oliver Hochstrasser
Der Barfüsserplatz in Basel ist das Zentrum des Jugendkulturfestivals. Wer also die Ehre hat, dort zu spielen, der darf sich glücklich schätzen. Tink.ch hörte sich das Konzert von Evelinn Trouble am Freitagabend an und traf sie danach noch zu einem kurzen Interview.
Sie weiss, was sie will. Evelinn Trouble wirkt auf der Bühne selbstbewusst.
Bild: Oliver Hochstrasser

Sie ist jung, 23 Jahre alt, aber macht reife Musik. Evelyn Trouble kann was und das zeigt sie gerne. Selbstbewusst steht sie auf der Bühne und wirkt von ihrer Musik überzeugt. Das darf sie auch. Mit ihrer kräftigen und trotzdem klaren Stimme dringt sie in eine andere Welt ein, hält Töne aus.

 

Evelyn Troubles Konzert am Jugendkulturfestival wurde dem Publikum via Programmheft sehr empfohlen, ihre Musik hoch gelobt: “Unter der Wucht der grossartigen Live-Konzerte wird sprichwörtlich jede Maus zum Elefanten. Great, big und heavy halt.” Musikalisch ist der Funke gesprungen, der persönliche aber sprang nicht bei jedem über. Vielleicht fehlte ein gelegentliches Lächeln.

 

Trubles Musikstil durchbricht Genre-Grenzen von Pop bis zu psychadelischem Rock. Die Frau hat eine grosse Karriere vor sich. Den Schweizer Mainstream wird sie vermutlich nicht ansprechen, was aber keineswegs ein Hindernis auf dem Weg in die Zukunft darstellt. Ihre Fans und die Lücke, in die sie hineinpasst, möchte sie finden, verriet sie uns später im Interview. Diese Lücke wird sie zweifelsohne finden, denn bereits jetzt haben ihre Eroberungen in der Schweizer Musikszene gefruchtet.

 

Unter den vielen Basler Bands hier am JKF bist du eine der wenigen, die aus Zürich mit dabei ist. Fühlst du dich geehrt?

Es war eigentlich eher Zufall. Unsere Bookerin hat uns online beworben. Danach gab es ein Onlinevoting, wobei wir aber von einer Jury ausgesucht wurden.

 

Im ersten Moment erinnertest du mich an Lana del Ray. Was hältst du von ihr?

Ich muss sagen, ein Song von ihr hat mich echt mal berührt. Aber sonst ist sie für mich mehr ein Popkulturphänomen als eine ernstzunehmende Musikerin. Einige Videos von ihr sind etwas “too much”.

 

Du hast für diesen Auftritt hier ja keine Gage erhalten, macht dir das nichts aus?

Dieses Wochenende ist unser Glück, dass wir nochmals einen Gig haben, für den wir bezahlt werden. Das kompensiert diese fehlende Gage etwas. Aber es ist eine gute Gelegenheit, bekannter zu werden und vor grösserem Publikum zu spielen. An so kleinen Geburtstagsfesten, wie früher, würde ich aber nicht mehr auftreten.

 

Ich habe gelesen, dass du bereits international gespielt hast. Wie kommt das?

Ja, wir durften zum Beispiel letztes Jahr in London spielen. Wir wurden von der Zürcher Popkritik eingeladen, bei den Olympischen Spielen im Schweizer-Zelt zu spielen. Zudem traten wir in Brighton an einem Festival auf.

 

Was ist dein musikalischer Background?

Ich hörte als kleines Kind schon immer Beatles und Jimy Hendrix. Ich mag es sehr, wenn Musik gewisse Normen bricht.

 

Was ist dein Ziel für die Zukunft?

Unbedingt weitermachen, denn es macht Spass. Ich möchte irgendwann meinen Platz finden mit dem passenden Publikum. Zudem ziehe ich nach London.