Kultur | 28.07.2013

Zum Davonschwimmen

Text von Flavia von Gunten | Bilder von Flavia von Gunten
Gerüchte standen schon länger im Raum, am Samstag wurden sie offiziell bestätigt: Die Band Lunik löst sich Ende 2013 nach 16-jährigem Bestehen und vielen personellen Wechseln auf.
Sängerin Jaël Malli bei einem ihrer letzten Konzerte mit der Band Lunik.
Bild: Flavia von Gunten

„Wir haben keinen Spass mehr, Zeit miteinander zu verbringen“, gab Frontfrau Jaël Malli dem „Bund“ Auskunft. Ein Andenken geben die drei Musiker ihren Fans allerdings noch – Ende Sommer erscheint ihr allerletztes Album unter dem Titel „Encore“, was frei übersetzt „Zugabe“ bedeutet. Eingespielt haben Sängerin Jaël und ihre beiden Mitmusiker die Lieder allerdings nicht zusammen: Jaëls Ex-Lebensgefährte und Gitarrist Luk Zimmermann wirkte in seinem Studio in Berlin, während die Bernerin und Lunik-Bandmitglied Cedric Monnier (Keyboard) in der Schweiz an der Scheibe arbeiteten.

 

Wasser marsch

Bevor der letzte Akkord der Band verklingt, stehen für das Trio noch vier Konzerte auf dem Programm. Das Erste davon fand am Sonntagabend im Rahmen des Festivals „Am Schluss« in Thun statt. Schon zu Beginn des Konzertes war die nachdenkliche Stimmung von Jaël spürbar: „Heute Morgen bin ich kaum aus dem Bett gekommen. Die letzten Tage haben mich enorm mitgenommen“, gab die 33-Jährige zu. „Ein Sprung in die Aare konnte meine Laune aber spürbar anheben“, fuhr die Musikproduzentin und Songwriterin fort.

Treffend zu ihrer Morgenaktivität hat sie sich in ein Meerjungfrau-ähnliches, blaues Kleid geworfen und die Augen im selben Ton geschminkt. Auch das Wetter passte zur Stimmung: Den ganzen Tag regnete es, was auch einen Soundcheck unmöglich machte. So mussten die Männer hinter dem Technikerpult während dem Gig kräftig rumschrauben, bis die Musiker mit dem Sound ihres Instrumentes zufrieden waren. Trotz diesen Bemühungen ging der Klang der beiden Streicher, welche die Band an diesem Abend begleiteten, unter.

 

Zum Glück meldet der Wetterbericht für die restlichen Konzertabende Sonnenschein, was sich sicher nicht nur auf die Tonqualität, sondern auch auf die Laune der Menschen positiv auswirken wird. Am Montagabend steht dann die schrille Zürcherin Evelinn Trouble mit ihrer Elektro-Rock-Musik auf der Bühne an der Aare.