Kultur | 11.07.2013

„Wir kommunizieren über die Trommeln“

Text von Fabienne Gsponer | Bilder von zVg.
Die jungen Südafrikaner Robert Mahosana (DJ Murda) und Thabo "Smol" Mabogwane (Perkussionist) gründeten vor drei Jahren gemeinsam Black Motion. Ihre Tracks sind von der wachsenden House-Music Szene in Pretoria beeinflusst. Die beiden mischen Deep-House mit Afrobeat und Funk und begeistern damit Tanzwütige rund um die Welt.
Black Motion, das sind Robert Mahosana (DJ Murda) und Thabo "Smol" Mabogwane (Perkussionist) aus Pretoria, Südafrika.
Bild: zVg.

Tink.ch: Ist dies euer erster Besuch in der Schweiz?

Black Motion: Ja, wir sind das erste Mal hier und natürlich sehr aufgeregt. Das ist die Chance unseres Lebens, das wir hier sein dürfen und an diesem Festival spielen können. Wir hoffen, das ist nicht das letzte Mal, dass wir da sind.

 

Könnt ihr erzählen, wie Black Motion gegründet worden ist?

Wir gründeten Black Motion 2010. Wir trafen uns dank der Hilfe unseres jetzigen Managers, davor waren wir beide einzelne Produzenten. Wir trafen uns und produzierten gemeinsam den Track Banane Mavoko. Von da an haben wir zusammengearbeitet, es entstanden Lieder wie „Set me free“. Wir sind nun etwa drei Jahre eine Gruppe. Vorher lebten wir schon in der gleichen Gegend, vielleicht fünf Minuten voneinander entfernt.

 

Wie seid ihr das erste Mal mit House-Musik in Kontakt gekommen?

Nun, in Südafrika ist House-Musik eine Kultur. Du kommst ständig damit in Kontakt,  egal wo du bist. Also, wenn du nach Südafrika gehst, bist du direkt damit konfrontiert. Der erste musikalische Kontakt, den du hast, ist direkt House. Wir sind damit aufgewachsen, wir kennen House, seit wir klein sind.

 

Denkt ihr, die House Szene in Südafrika ist verschieden von derjenigen in London, Miami oder anderen Städten?

Eigentlich ist es dasselbe, aber in Südafrika hat House mehr mit Trommeln zu tun und ist etwas härter. Hier in Europa gibt es verschiedene Arten von House, von Deep zu Lounge, aber wir spielen auch solchen House.

 

Die Verbindung von House mit Afrobeat und den traditionellen afrikanischen Trommeln ist trotzdem etwas Besonderes.

Ja, auf jeden Fall. Wir nennen unsere Trommeln die «Trommeln der Vorfahren«, denn in Afrika benutzen wir Trommeln, um mit unseren Vorfahren zu kommunizieren. Auch benutzen wir die Trommeln, um Regen zu rufen, wenn die Erde zu trocken ist.

 

Ihr hattet verschiedene Alben, das Erste hiess „Talking to the Drums“, dann folgte „Aquarian Drums“. Könnt ihr erklärten, wie die Namen entstanden sind?

Die Namen haben mit einer traditionellen Kultur in Südafrika zu tun. Sie ist für diejenigen, die heilen. Sie benutzen Knochen und Erde für ihre Medizin. Um ein traditioneller Heiler zu werden, musst du durch drei Prozesse gehen. Du musst die Rufe aus den Träumen erhalten, mit denen die Ahnen mit dir kommunizieren. Diesem Instinkt musst du folgen. Der erste Schritt  ist «talking to a drum«, um die Träume zu erhalten, musst du über eine spezielle Trommel kommunizieren. Dabei handelt es sich um eine sehr kleine Trommel, gemacht aus Kuhhaut. Sie schlagen diese also und kommunizieren so über die Trommel mit den Ahnen. Auch wir kommunizieren mit den Trommeln, um die House-Musik zu erhalten, deshalb der Titel für unser erstes Album. Unser Zweites hiess dann «Aquarian Drums«, das bedeutet Unterwasser-Trommeln. Das ist der zweite Schritt, um ein traditioneller Heiler zu werden. Du musst mehrere Monate im Wasser leben. Unter Wasser schlagen sie die Trommeln und erhalten so die Kräfte von unseren Ahnen. Unser drittes Album wird dann nach dem dritten Ritual benannt.

 

Möchtet ihr nun professionell weiter arbeiten oder habt ihr noch andere Pläne für eure Zukunft?

Anfangs wollten wir einfach House machen. Dann erst lernten wir das Business kennen, was alles zur Musikproduktion dazugehört. Nun ist es ein Beruf, und wir lieben es. Wir besuchen Musikkonferenzen, wie beispielsweise in Miami, wo wir lernen, wie produziert wird. Alle DJs und Produzenten kommen dorthin und teilen ihre Ideen. So bleibt die Musik am Leben. In Südafrika werden wir nun das Ganze repräsentieren und eine Vorlesung halten über Musikproduktion. Nächstes Jahr können wir dann nach Ibiza.

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