Sport | 29.07.2013

…doch dann kam Kubo

Text von Jonas M'Barki | Bilder von Jonas M'Barki
Es läuft immer heiss zu und her bei einem Berner Derby, heute behielt YB die Oberhand. Bei warmen Temperaturen gingen die Gäste aus Thun zwar mit zwei Toren in Führung, doch das Heimteam zeigte Charakter und drehte das Spiel dank zwei Toren von Yuya Kubo.
Das Berner Derby vor 20'300 Zuschauern im Stade de Suisse.
Bild: Jonas M'Barki

In der ersten Halbzeit kam das Heimteam nur durch stehende Bälle zu Chancen. Thun dagegen zeigte tollen Kombinationsfussball und wurde zweimal durch YB-Leihgabe Josef Martinez gefährlich. Nach 25 Minuten zappelte der Ball im Netz hinter YB-Schlussmann Marco Wölfli. Martinez schlenzt den Ball gefühlvoll in die rechte Torecke, Verteidiger Veskovac agierte zu zaghaft und liess den jungen Venezolaner gewähren. YB wirkte kurz geschockt, doch kämpfte sich das Team von Trainer Uli Forte zurück. In der 33. Minute hätte Zarate nach einem verunglückten Schuss von Frey nur noch einschieben müssen, aber der Ball rutschte ihm weg. Nur zwei Minuten später, nach einem katastrophalen Rückpass von Zverotic, holte sich Martinez den Ball vor Wölfli und passte mustergültig auf Marco Schneuwly, der nur noch einschieben musste. Somit hiess das Halbzeitresultat 0 – 2 aus Sicht der Stadtberner.

 

YB drückend überlegen

Nach der Halbzeitpause wurde es richtig laut im mit 20-˜300 Zuschauern gut besetzten Stade de Suisse. YB powerte. Der zu Wideranpfiff eingewechselte Kubo brachte viel mehr Schwung in die YB-Offensive als der heute blasse Renato Steffen. Kubo brachte aber nicht nur Schwung, sondern nach 54 Minuten auch den Anschlusstreffer. Nuzzolo zog nach einem Weltklasse-Querpass von Michael Frey volley ab, Thun-Keeper Moser hielt, doch dem Nachschuss von Kubo konnte er nur noch nachschauen.

Thun ist zu diesem Zeitpunkt ohne Chance. In der 56. Minute konnte einzig Siegfried Gefahr verursachen. Erst luchste er Veskovac den Ball ab, dann schoss er Torhüter Wölfli aber mitten in die Hände. Der in der ersten Halbzeit noch so starke Martinez war kaum mehr zu sehen.

In der 64. Minute kam der zweite grosse Auftritt des jungen Japaners: Yuya Kubo schoss auf das Tor von Thun, Moser lässt abprallen und will nachfassen, doch Raphael Nuzzolo schnappt sich den Ball, überlässt ihn Kubo, der aus spitzem Winkel aufs leere Tor schiessen kann. Der Ausgleich versprach eine packende Schlussphase.

 

Die Torumrandung unterstützt YB

Thun reagierte gefasst, doch  die YB-Abwehr liess sich nach dem Ausgleich nicht mehr überrumpeln. Bis auf einmal die Latte hinter Wölfli erzitterte. Luca Zuffi zog aus ungefähr 25 Metern ab, und beinahe gelang ihm das erneute Führungstor für die Thuner.

Moreno Costanzo erlöste YB jedoch in der 73. Minute. Er überlistete den sonst starken David Moser mit einem präzisen Weitschuss, welcher via Pfosten den Weg ins Tor fand. Das Stadion war aus dem Häuschen. YB hatte eine Wende herbeigeführt, an die auch mit Blick auf die vergangene Saison niemand mehr so richtig zu glauben wagte. In der verkorksten letzten Saison hatten die Berner oft verunsichert auf einen Rückstand reagiert und gingen meist auch als Verlierer vom Platz. Heute jedoch verteidigten die Stadtberner ihre Führung souverän und gewannen zum Schluss mit 3 zu 2.

 

Trotz Sieg Unzufriedenheit

Steve von Bergen, der Abwehrchef von YB,  fand nach dem Spiel passende Worte: „Wir können nicht zufrieden sein mit der Leistung, aber dürfen uns trotzdem über die 3 Punkte freuen.“ Weiter sagte er noch, dass man das heutige Spiel, vor allem die erste Halbzeit,  gut analysieren müsse, denn in Zürich dürfe man sich das nicht erlauben. Uli Forte meinte gar, dass eine solche erste Halbzeit nie wieder vorkommen dürfe.

Sportchef Freddy Bickel erwartet nächstes Wochenende einen starken FCZ, den man aber mit einer solch kämpferischen Leistung wie in der 2. Halbzeit schlagen könne.

Von einer bitteren Niederlage sprach Urs Fischer, Trainer des FC Thun. „Der Schuss von Zuffi hätte auch reingehen können und derjenige von Costanzo ins Aus.“