Kultur | 13.06.2013

Sommer, Sonne, Festivallaune

Text von Laura Quadri | Bilder von Mélissa Burnier
Das Caribana-Festival in Nyon versprach mit seinem Line-up einen temperamentvollen Start in die Festivalsaison. Neben "77 Bombay Street" rockten auch "Kaiser Chiefs" die Bühne. "Archive" verzauberte und endtäuschte gleichzeitig mit ihrem psychadelischen Electro.
Ausgelassene Stimmung an der 23. Ausgabe des Caribana-Festivals.
Bild: Mélissa Burnier

Das Wetter passte, die Stimmung auch. Der zweite Tag des Caribana-Festivals in Nyon war ein Sommertag wie aus dem Märchenbuch. Strahlend blauer Himmel und Temperaturen über 25 Grad Celsius fügten sich mit dem abwechslungsreichen Musikprogramm zu einem Festivaltag, wie man ihn sich wünschen kann.

 

Die Stimmung tat ihr übriges. Trotzdem die meisten Besucherinnen und Besucher verträumt und mit grossen Erwartungen der Musik zuhörten. Es war nicht nötig, dass man sich einen Wettkampf lieferte, wer länger tanzen und mitschreien kann, man genoss den Abend miteinander. Viele Besucherinnen und Besucher waren Familien mit Kindern, darunter auch ein Junge, der friedlich auf den Schultern seines Vaters zu 77 Bombay Street mitwippte und viele Herzen der älteren Generationen für sich gewann.

 

Die Grand-Scène versprach für alle etwas bieten zu können und so waren auch die klaren Generationenwechsel interessant zu beobachten. Von Jung bis Alt, für alle war etwas dabei.

 

77 Bombay Street für die Familien

Die vier Jungs aus dem Graubünden taten ihren Job mit Bravour. Zu sehen war dies in den glänzenden Kinderaugen, die gross im Publikum vertreten waren. Mit ihren Hits wie “Oko Town” oder “Up In The Sky” spielten sie für die Familien ein Fest.

Musikalisch gesehen haben 77 Bombay Street an Erfahrung gewonnen, sie spielten frei und boten eine solide Show mit ihrer Musik. Auch die Pressefotografen konnten von dieser Show profitieren, den die Band zeigte Freudean den Kameras, so war ihnen keine Pose zu peinlich und sie genossen es im Mittelpunkt zu stehen.

Der Band gelang es die Festivalbesucher für sich zu gewinnen und den Abend zu eröffnen.

 

Schwache Leistung von Archive

Nach 77 Bombay Street kam der erste Generationenwechsel. Die Familien gingen nach Hause und die ältere Generation kam für Archive. Die Londoner Band ist bekannt als Verführerin. Mit ihrem Trip-Hop und Psychadelic-Electro-Sound spielten sie sich in den vergangenen Jahren immer auf grössere Bühnen Europas. Doch am diesjährigen Caribana-Festival fiel es den Jungs und ihrer weiblichen Begleiterin Holly schwer, die grosse Masse zu erreichen. Selbst der Fanclub, der aus ganz Europa anreiste hatte grössere Erwartungen an die Band.

 

Veridiana Bolzan aus Belgien meinte etwa: “Das Konzert war nicht schlecht, allerdings war es eine schwache Leistung von Archive. Ich habe schon viele Konzerte von ihnen gesehen, doch heute schien es mir, als gäbe es unter den Bandmitgliedern eine Unstimmigkeit. Ja, sie haben meine Erwartungen nicht erfüllt.” Die Stückwahl war schwierig nach zu vollziehen, es wurden nur wenige Hits gespielt und man hatte das Gefühl, dass das Konzert einigen Bandmitglieder keine Freude bereitete. Holly, welche die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer ansprechen sollte fiel aus dem Konzept. So achteten sich der Rest der Band auf die Musik, fielen nicht aus ihrer Extase und waren ihren düsteren Outfits treu geblieben, doch  Holly tauschte ihre Vans durch High Heels und Minirock aus, versuchte in unpassenden Momenten die Besucher und Bseucherinnen zu animieren und konnte den Hintergrund der Musik nur schlecht verkörpern.

 

Dennoch, David (Sänger) und Smiley (Schlagzeug) schienen das Konzert genossen zu haben. Sie waren die Ausnahme auf der Bühne und meinten nach ihrem Auftritt: “Uns hat es Spass gemacht hier zu spielen und wir haben es genossen.”

 

Kaiser Chief als Vertreter des Indie-Rock

Nun stand das letzte Konzert dieses Donnerstags an und die 30-Jährigen warteten auf die Engländer von Kaiser Chief. Das Bühnenbild, welches sich aus vielen Lampen zusammensetzte, versprach ein gemütliches, für Indie typisches, dennoch energiegeladenes Konzert. Und so war es auch. Man fühlte sich wohl, konnte die Musik geniessen, der Show zuschauen, welche der Sänger Ricky gestaltete und die Sommernacht ausleben. Die Besucherinnen und Besucher waren, wie der ganze Abend schon, ziemlich zurückhaltend.

 

Die Veranstalter trafen eine gute Wahl als Abschluss mit Kaiser Chief, sie schienen gerne auf der Bühne gewesen zu sein und zeigten Spass am Spiel. Der Funke war übergesprungen und ein gelungener Festivaltag ging zu Ende.