Kultur | 18.06.2013

Muse spielt Bern in den Rockolymp

Text von Laura Quadri | Bilder von Laura Quadri
Die Schweiz wurde in den Rockolymp befördert. Schuld daran sind Muse, die mit ihren Hits Bern zum Beben brachten.
Rund 45'000 Fans fanden sich im Stade de Suisse ein, um eine grössenwahnsinnig anmutende Show zu erleben.
Bild: Laura Quadri

Die Zuschauerinnen und Zuschauer sind nervös. Kurz nach halb neun Uhr im Stade de Suisse warten alle darauf, dass Muse endlich auf die Bühne kommen. Bereits um zwölf Uhr mittags hatten die ersten Fans vor dem Stadion gewartet, um ihren Lieblingen so nahe wie möglich zu sein. Sie platzen nun beinahe vor Spannung. Diese Spannung breitet sich über das ausverkaufte Stade de Suisse hinweg aus, 45`000 Menschen jubeln vor Aufregung. Und dann, zwanzig vor Neun geht es mit Feuerflammen los: Muse spielen die Show, die sie Bern versprochen hatten.

 

Show der Superlative

Muse kündeten kurz nach ihrem Konzert in Basel im vergangenen November an, dass sie mit einer noch grösseren Show auf ihrer “The 2nd Law-Tournee” in die Schweiz zurückkommen werden. Matthew Bellamy sagte zu 10vor10: “Unsere Musik braucht Platz, um sich zu entfalten, darum wollen wir jetzt die Stadien der Welt rocken”, und das taten sie auch. Mit dem ersten Song “Supermancy” packten sie die Zuschauenden und starteten einen Abend, der den Fans noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Muse liessen keinen Hit aus und spielten mit “Time is Running out” und “Plug in Baby” sowohl alte Songs als auch ihre neusten Singles “Panic Station” und “Madness”. Musikalisch waren Muse einwandfrei, spielten fehlerlos und mit einer Lockerheit, die man nur schwer nachahmen kann. Es gelang den drei Briten, ihre Fans zweieinhalb Stunden in ihrem Bann zu halten. Sie überraschten mit Zwischenspielen und einer Show, die an Pink Floyd`s “The Wall” erinnerte. Ein Luftballon in Form einer Glühbirne, an der eine Artistin ihre Showeinlage ablieferte, so wie schauspielerisch unterlegte Szenen, die dem Publikum die kritischen Gedanken der Band der Welt gegenüber präsentierten und ein grosser Roboter, der den Song “Unsustainable” performte, standen an zweiter Stelle. Denn die Musik war im Vordergrund.

 

Die rockige Gitarre, so wie der bebende Bass und die anspruchsvollen Schlagzeugrhythmen überzeugten. Barbara Kläy aus Kappelen BE erzählte am Schluss: “Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Es war eines der besten Konzerte, das ich je gesehen habe und ich habe schon viele erlebt – darunter auch zwei Konzerte von Muse. Es war einfach phantastisch!”

 

Muse und ihre treuen Fans

Für den Bühnenaufbau brauchte das Team rund fünf Tage. Sie bestand aus einem langen Catwalk, der dafür sorgte, dass die Band inmitten ihrer Fans spielen konnte. Matthew Bellamy, der mit seiner Ausstrahlung und seiner Show überzeugte, sowie der Bassist Christopher Wolstenholme und Schlagzeuger Dominic Howard genossen es, durch die vordersten Reihen zu gehen und ihren Fans die Hände zu schütteln.

 

Muse konnten machen, was sie wollten und die Fans lieferten volle Unterstützung. So gab es bei schnellen, rockigen Nummern kein Bein, das still stand und bei langsamen, gefühlvollen Songs verwandelte sich das Stadion in einen Sternenhimmel aus Feuerzeugen und Blitzlichtern. Zum Schluss verabschiedeten sie sich mit ihrem grössten Hit “Starlight” aus Bern. Belohnt wurde die Band mit lautem Jubel und tosendem Applaus. Das Publikum war atem- und sprachlos.