Kultur | 15.06.2013

Feuer, Schaum und Sturm

Text von Eva Hirschi | Bilder von Eva Hirschi
Der erste Festivaltag bietet für die beiden Tink.ch-Reporterinnen Juliette Ivanez und Eva Hirschi ein abwechslungsreiches Programm. Während der Grünschnabel beim Aufkommen eines Sturms aufgibt und ins Wohnmobil flüchtet, singt die Greenfieldgefestigte auch bei Regen ein ganzes Konzert lang mit.
Fund am nach dem Sturm: Die Pavillon-Zelte haben den Sturm leider nicht überlebt. Im Interview mit Within Temptation: Tink.ch-Reporterin Juliette Ivanez. Die Reporterinnen Juliette Ivanez und Eva Hirschi entscheiden sich dieses Jahr für die Luxusvariante des Übernachtens: Das Wohnmobil.
Bild: Eva Hirschi

Auf dem Campingplatz am Greenfield Festival in Interlaken angekommen, beginnt endlich unser Rockabenteuer. Und gleich am Anfang kommt es zu einem der Höhenpunkte unserer Reportage: ein Interview mit der holländischen Symphonic-Metal-Band Within Temptation. Auch wenn der Interviewraum eher an eine umfunktionierte Gefängniszelle erinnert, kommt doch schnell eine gute Stimmung auf. Sharon den Adel, die Frontsängerin und Robert Westerholt, ihr Ehemann und Gitarrist der Band, geben Juliette und mir gerne Antwort auf unsere Fragen. Kaum haben wir das Interview beendet, setzen wir uns auch schon an die Computer und tippen los. Wenig später sind die Interviews – eines auf Deutsch und eines auf Französisch – online.

 

Endlich Musik!

Nach diesem Stress erholen wir uns bei unserem Wohnmobil und machen es uns auf den Campingstühlen draussen bequem. Mit dabei haben wir unseren bulgarischen Bodyguard und Freund aus Genf. Etwas erholt geht’s am Abend an die Konzerte. Zuerst stehen Sharon und Robert mit dem Rest der Band Within Temptation auf der Hauptbühne. Auch auf der Bühne vermögen sie uns zu überzeugen, es herrscht eine gelassene Stimmung unter den Festivalbesuchern. Die amerikanische Alternative-Rock-Band Queens of the Stone Age hören wir eher von weitem zu. Dafür drängen wir für das Rammstein-Konzert nach vorne.

 

Feuer, Konfetti und Schaum

Während wir auf die deutsche Rock- und Skandalband warten, beginnt es zu regnen und es wird kühl. Juliette, die sowieso kein grosser Rammstein-Fan ist, zieht unser warmes und trockenes Wohnmobil vor und verabschiedet sich. Bald darauf beginnt das Konzert und der Regen ist – zumindest bei den richtigen Fans – schnell vergessen. Denn die Deutschen vermögen der Kälte zu trotzen und heizen dem Publikum ein. Und nicht umsonst ist Rammstein als Skandalband bekannt: neben den eindeutig zweideutigen Songtexten wird auch mit den Showeinlagen nicht gespart. Feuer, Konfettis und eine grosse, rosafarbene Maschine in Röhrenform, welche Schaum auf das Publikum spritzt, gehören dazu – auch diese mit eindeutig zweideutigem Hintergrund.

 

Ein bisschen Luxus muss sein

Nach dem Konzert strömt die Menschenmenge entweder Richtung Campingplatz oder Richtung Partyzelte. Wir entschliessen uns für ersteres und sehen, was der sturmhafte Wind in der Zwischenzeit angerichtet hat: Mehrere Pavillonzelte liegen am Wegesrand, in Einzelstücken oder zusammengebrochen. Es regnet immer noch, die Wiese, auf welcher die Zelte stehen, ist ein einziges Matschfeld. Wir sind froh, dass wir dieses Jahr mit dem Wohnmobil gekommen sind – auch wenn es vielleicht weniger rockig ist – machen wir es uns in unseren warmen, trockenen Betten gemütlich.