Sport | 26.06.2013

Ein Spieler für die Zukunft

Text von Jonas M'Barki | Bilder von Manuel Lopez
Es hätte nicht besser kommen können. Der erst 22-jährige Renato Steffen spielte vor einem Jahr noch in der 1. Liga beim FC Solothurn. Jetzt ist er mit den Berner Young Boys ins Trainingslager gereist, um sich auf die nächste Saison vorzubereiten. Für viele gilt er als Hoffnung für die nächste Generation.
Auch im Zweikampf stark: Renato Steffen spielt seit dieser Saison bei den Young Boys.
Bild: Manuel Lopez

Tink.ch: In deiner ersten Super League Saison beim FC Thun hast du scheinbar alles richtig gemacht. Du wirst zum BSC YB wechseln. Hast du deine eigenen Ziele erreicht?

Renato Steffen: Ja, ich denke schon. Ein Ziel war bestimmt, in meiner ersten Profi-Saison Spielpraxis zu sammeln, und das konnte ich. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit der letzten Saison.

 

Trotz den guten Leistungen durftest du nicht immer von Beginn weg auf dem Platz stehen, warum?

Ein Punkt ist sicherlich die mangelnde Erfahrung. Denn für einen Trainer ist es immer ein Risiko, einen jungen, unerfahrenen Spieler aufzustellen. Darum konnte ich ohne Problem damit leben. Zweitens war ich zu Beginn der Saison verletzt und wurde immer wieder von kleineren Blessuren zurückgeworfen.

 

Aber wenn du von Anfang an gespielt hast, dann warst du immer mit vollem Einsatz dabei. Dies sah man gut, wenn du wie gegen GC oder den FCZ Weltklasse-Tore geschossen hast. Was hast du dir bei diesen Wunderschüssen überlegt?

Gar nichts. Dann kommen diese Schüsse auch so aufs Tor. Dies ist eine meiner Stärken: Nicht viel überlegen sondern einfach das tun, was der Instinkt sagt. So kommt das eine oder andere Mal ein schönes Tor zustande. Das Wichtigste ist einfach losspielen und nicht schauen wo, wie und wann.

 

Wurdest du auch von deinen Mitspielern angestachelt zu schiessen oder hast du selber auf dein Talent vertraut?

(Lacht) Der Trainer sagte ab und an ich solle schiessen, aber die Mitspieler weniger. Ich denke, dass solche Schüsse kommen, wenn man Selbstvertrauen hat und an seine Fähigkeiten glaubt. Dies muss man können, wenn man in Thun oder in der Super League allgemein spielen will. Ich habe viele Gespräche mit dem Trainerstaff geführt und dabei Selbstvertrauen gewonnen.

 

Nach der starken Saison ist die Schweizer-Nati noch kein Thema?

Klar ist für jeden Spieler die Nati ein Thema, zumindest, wenn er den Schweizerpass besitzt. Die Nati muss ein Ziel sein, und wenn ich meine Leistungen bestätigen kann, wird es vielleicht ein konkretes Thema.

 

Nachdem du diese Saison deine Ziele erreicht hast, werden sie nächste Saison sicher höher sein. Hast du dir schon welche gesetzt?

Ja sicher. Ich will die Leistungen bestätigen und mich festigen. Das sind meine Hauptziele und mehr will ich mir gar nicht setzen. Auf diesem Niveau ist es schnell möglich, seine Ziele zu verfehlen. Darum lieber kleine Ziele und sie erfüllen anstelle von grossen, die man dann nur zur Hälfte erreicht.

 

Als junger Fussballprofi wird man oft zu einem Vorbild für die Junioren des eigenen Vereines. Fühlst du dich als Vorbild?

(Lacht) Ja, schon ein bisschen. Man muss aber in diese Vorblidfunktion hineinwachsen wollen. Für mich ist es neu, dass Leute, vor allem Kinder, mich zum Vorbild nehmen. Gewissermassen ist es auch schön, wenn man ein Vorbild sein darf. Allerdings muss man dementsprechend auf sein eigenes Handeln vermehrt Acht geben.

 

Hattest du selber auch ein Vorbild?

Mein Vorbild ist David Beckham. Er war ganz einfach der erste Spieler, den ich am Fernsehen gesehen habe und er war sofort mein Lieblingsspieler. Damals spielte er bei Manchester United, deshalb ist mein Lieblingsverein bis jetzt noch ManU.

 

Was kannst du Fussballjunioren mitgeben, die auch den Sprung in die Super League schaffen wollen?

Wenn sie das Ziel vor Augen haben, ist ganz wichtig immer an sich zu glauben. Hürden wird es immer geben im Fussball, auch ich hatte bis zu meinem Super League-Debut in Thun einen steinigen Weg. Wenn einem Steine in den Weg gelegt werden, darf man sich nicht zurückwerfen lassen. Man muss weiter an sich arbeiten. Manchmal muss man mehr tun als die Anderen und wenn der Wille da ist, ist alles möglich. Mein Leitspruch ist “Impossible is nothing” – und der hat sich bislang bewährt.