Sport | 23.05.2013

Wenn Bergdörfer Spitzenfussball zelebrieren

Text von Samuel Tscherrig | Bilder von zvg, FC Randa
Wenn in den Spitzenligen Europas die letzten Runden der Saison anstehen, fängt es im Wallis mit dem Fussball erst so richtig an. Viele traditionelle Fussballclubs haben in diesem Jahr den Aufstieg in die erste Liga gemeistert: Braunschweig in Deutschland und Monaco in Frankreich kehren in die höchste Liga zurück. Dies sind nur einige Vorbilder, die sich der SV Gamsen vor Augen halten könnte, um den Aufstieg in die höchste Bergdorfmeisterschaft-Gruppe A zu realisieren.
Der Sportplatz des FC Randas, inmitten der Berge des Mattertals. Eine Woche vor dem Spiel sei er noch schneebedeckt gewesen.
Bild: zvg, FC Randa

Auch der SV Gamsen hat eine langjährige Geschichte, auf die er zurückblicken kann. Im Jahre 1945 war die erste Generalversammlung des Sportvereins Gamsen. Zuvor hiess der Club noch Veloclub Gamsen. Im Sommer 1985 wurde der heutige Sportplatz ARA in Fronarbeit installiert und 1989 wurde das erste BDM-Heimspiel ausgetragen. Hier findet 2013 dann auch der Cupfinal der BDM statt. Im Cup nehmen alle Mannschaften der drei BDM-Ligen A, B und C, sowie die Senioren teil.  Das Ziel des Vereines blieb aber immer “die Entwicklung des gesunden Sportes zu fördern, sowie Kameradschaft zu pflegen”. Für die Fussballabteilung als Teil des SV Gamsen gilt dies natürlich auch: So wurde der letzte Saisonsieg Gerüchten zufolge bis in den frühen Morgen ausgiebig mit der Mannschaft gefeiert.

 

BDM-Cup

Doch zuerst stand nach der Vorbereitung, über die Tink.ch schon berichtete, der BDM-Cup auf dem Programm. Der FC Herbriggen war Gegner in der ersten Cup-Runde. Die Spieler aus Herbriggen mussten erst einmal die gut 550 Höhenmeter hinunter ins Tal zum SV Gamsen bewältigen. In einer spannenden Partie bei regnerischem Wetter setzte sich schlussendlich Gamsen mit 5:3 durch. Die anwesenden Scouts waren vor allem von den drei Toren des Stürmers Stefan Mathieu-˜s begeistert. Alle Wechselgerüchte wurden aber vom Vorstand des SVGs umgehend dementiert. In der zweiten Cup-Runde wartete nun der FC Saas-Grund. Saas-Grund liegt im gleichen Tal wie die bekannte Ski-Destination Saas-Fee und weiss mit einem speziellen Fussballplatz zu überraschen: Das Eisfeld des EHC Saastals wurde mit einem dünnen Kunstrasen-Teppich belegt, was eine nicht ganz einfach zu bespielende Unterlage ist. Trotz der grossen Knie- und Rückenbelastungen gewann Gamsen das als Ping-Pong-Spiel bezeichnete Auswärtsspiel mit 2:4 und steht somit im Viertelfinale des Cups. Mann des Abends war Mittelfeldspieler Christian Nanzer, der mit seinen drei spektakulären Treffern alles klar machte. Eine Siegprämie gab es natürlich auch, wenn auch in einem etwas bodenständigerem Rahmen als im Profi-Fussball: Eine Kiste Bier.

 

Erste Saisonspiele

Doch wichtig ist natürlich vor allem der Ligabetrieb, denn hier wird ja der Aufstieg von der B- in die A-Liga angestrebt. Im ersten Spiel der Saison reiste der SV Gamsen ins Mattertal. In diesem spektakulären Tal, zehn Kilometer vor Zermatt, ist der FC Randa zuhause. Zwar soll es laut Randa-Spielern hier bis vor einer Woche noch Schnee gehabt haben, doch das Terrain präsentierte sich in einem relativ guten Zustand und die Grösse des Spielfeldes kam den technisch versierten Gamsnern klar entgegen. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, das bis zur 57. Minute 3:3 stand. Doch dann schoss Joachim Mutter das wichtige 3:4 und Gamsen verwaltete anschliessend das Resultat im Stile einer Topmannschaft.

 

Das zweite Saisonspiel gegen Herbriggen auf dem heimischen Sportplatz beschreibt eben dieser Joachim Mutter, als “Schlacht von Gamsen”. Früh riss man das Spieldiktat an sich und konnte das Spiel dank einer guten Chancenauswertung mit 3:4 gewinnen. Joachim beschreibt das Mittel zum Sieg folgendermassen: “Die Moral der Mannschaft, der Wille und die Spielfreude waren da und mit einer geschlossene Mannschaftsleistung konnte man sich die drei Punkte sichern. Herbriggen war sicher ein grosser Konkurrent um den Aufstieg, daher war hier ein Sieg sehr wichtig.” Und dies ist laut Joachim zugleich der besten Saisonstart Gamsens seit etwa fünf Jahren: In den bisherigen vier Pflichtspielen ist Gamsen noch ungeschlagen. Darum wurden Raclette und Bratwurst von Spielern und Zuschauern nach dem Spiel noch viel mehr als sonst genossen.

 

 

Der SV Gamsen auf Tink.ch


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