Sport | 10.05.2013

Frauenfussball

Text von Tanja Bänziger | Bilder von Pascale Amez
Die Spielerinnen von Oberemmental qualifizieren sich nach einem harten Kampf für die Halbfinals im Bernercup. Erst im Penaltyschiessen fiel die Entscheidung gegen den FC Spiez, für den es jetzt den drohenden Abstieg in der Meisterschaft noch abzuwenden gilt.
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An einem kalten Dienstagabend treffen sich die zwei Frauenfussballmannschaften Spiez und Oberemmental 05 aus Langnau auf dem Nebenplatz vom FC Spiez, um den Viertelfinal des Berner Cups auszutragen. Zwei Tage zuvor, am Sonntag, hatten die beiden Teams bereits in der Meisterschaft gegeneinander gespielt, damals trennten sie sich 1:1 unentschieden. Dies, obwohl Oberemmental 05 die 2. Liga anführt und Spiez zurzeit auf dem letzten Platz liegt. “Die Liga ist extrem ausgeglichen, jeder kann hier jeden schlagen”, erklärt Thomas Sahli, Trainer des FC Spiez.

Die beiden Mannschaften laufen aufs Feld ein, Spiez in weiss, Oberemmental 05 in orange. Rundherum stehen vereinzelte Zuschauer. Eine Tribüne gibt es auf diesem Feld nicht. Dafür müsste man auf dem Hauptplatz spielen, was aber nicht möglich ist, da auf diesem keine Lichtmasten vorhanden sind.

Zwei schnelle Tore

Der Schiedsrichter pfeift an, das Spiel beginnt. Die Spielerinnen laufen was das Zeug hält, die Trainer rufen Anweisungen. 30 Minuten sind gespielt, da schiesst der FC Oberemmental 05 das erste Tor. 0:1 steht es, doch der Spielstand bleibt nicht lange, denn nur gerade fünf Minuten später trifft eine Spielerin des FC Spiez via Pfosten zum Ausgleich.

In der zweiten Halbzeit passiert wenig, doch die Nervosität wird grösser, je länger das Spiel dauert. Schöne Flanken und Dribblings werden mit Applaus belohnt, verpasste Chancen mit einem Stöhnen der Zuschauer, Trainer und Auswechselspielerinnen kommentiert.

Die Bemühungen auf beiden Seiten nützen nichts, nach 90 Minuten steht es wie schon am Sonntag 1:1, nur dass es diesmal in die Verlängerung geht. Die Spielerinnen sammeln sich um ihre Trainer, hören gespannt zu, trinken einen letzten Schluck Tee und stellen sich auf die weiteren 30 Minuten Spielzeit ein.

Aufregung in der Schlussminute

In der Verlängerung gehen die Emotionen höher, die Sportlerinnen sind langsam aber sicher müde, es wird mehr gefoult, und der Schiedsrichter muss öfter eingreifen. Auf beiden Seiten gibt es diverse Torchancen, doch die Goalies spielen solide und lassen keinen Ball durch. Kurz vor dem Ende wird es noch mal richtig spannend. Vor dem Spiezer Tor gibt es ein Chaos, der Ball ist irgendwo, rollt Richtung Tor und wird von niemandem aufgehalten. Die Langnauerinnen jubeln bereits, doch der Ball ist noch nicht drin. Die Torhüterin nimmt den Ball in letzter Sekunde in die Hände. Die Enttäuschung der Spielerinnen in orange ist gross. Sie können es kaum fassen, diese Chance nicht genutzt zu haben.

Es nützt nichts, die Verlängerung ist vorbei, und es geht ins alles entscheidende Penaltyschiessen. Auch dieses ist sehr ausgeglichen. Beide Teams verwerten vier Bälle und verschiessen einen. Beim sechsten Anlauf trifft die Spielerin von Oberemmental, die Spiezerinnen sind unter Zugzwang. Und der Druck ist zu hoch. Die Spiezerin verschiesst, das Spiel ist vorbei. Der FC Oberemmental 05 gewinnt 5:6 nach Penaltyschiessen. Die Spielerinnen jubeln, der Kampf war hart, umso grösser ist die Freude über den knappen Sieg.

Die enttäuschten Spiezerinnen können ihrerseits aber nicht lange der verpassten Halbfinalqualifikation nachtrauern. Für die Oberländerinnen geht es schliesslich noch darum, den Ligaehrhalt zu schaffen. Trainer Sahli glaubt an seinen Team. Es wird aber eine sehr schwierige Aufgabe, denn die Spiezerinnen müssen in den verbleibenden fünf Spielen noch acht Punkte aufholen, um die Relegation zu verhindern. Aber vielleicht steht ihnen das Glück, das im Cup fehlte, nun in der Meisterschaft zur Seite.