Kultur | 15.04.2013

Von der Piste ins Konzert

Text von Fabienne Gsponer | Bilder von Fabienne Gsponer
Während fünf Tagen gaben im Zermatter Skigebiet nationale und internationale Künstler ihr Können zum Besten. Die Konzerte finden jeweils in akustischer Form statt. Die Bergkulisse bietet dabei zusätzlich etwas fürs Auge.
Mo Blanc gehört zu den Finalisten für den Swiss Music Award von Radio SRF 3. Die Band aus Zürich spielte am Nachmittag auf dem Dorfplatz von Zermatt ein Gratiskonzert. Auf die Piste oder ins Konzert? Die Besucher hatten diese Tage die Qual der Wahl. "Z-˜Horu", wie die Walliser das Matterhorn nennen, gab sich etwas bedeckt zu Beginn. Lo&Leduc zeigten ihr improvisatorisches Können mit Zeilen über das Matterhorn. Stefanie Heinzmann Unplugged im Vernissage Club. Die Sängerin wurde während des Konzerts mit Cello und Walliser Hackbrett begleitet.
Bild: Fabienne Gsponer

In dieser Woche findet in Zermatt während fünf Tagen eine andere Form des Musikerlebens statt. Wer bisher mit Zermatt vor allem das Skifahren und den Winterurlaub, Japaner, Pelzmäntel und die Vorlage für die Toblerone in Verbindung brachte, wird überrascht sein vom Programm des Zermatt Unplugged. Das Konzept eines Musikfestivals in den Bergen stellt eine neue Art von Konzerterlebnis dar.

 

Schweizer Nachwuchstalente auf dem Dorfplatz

Quer über Zermatt verteilt, in Hotels und Zeltbühnen, sowie im Club oder auf der Piste, spielten in dieser Zeit insgesamt 30 nationale, wie auch internationale Künstler ihre Lieder. Im Programm standen neben Konzerten unterschiedlicher Preisklassen auch jeweils mehrere Gratiskonzerte pro Festivaltag. Dabei zeigten Künstler aus der ganzen Schweiz allen Interessierten ihr musikalisches Können. Das Konzept von Zermatt Unplugged sieht vor, neuen Schweizer Talenten in Form der sogenannten New Talent Stages auf insgesamt sechs Bühnen mit Gratiskonzerten eine Möglichkeit zu bieten, sich und ihre Arbeit zu zeigen. Dies steht in Verbindung mit Best-Talent-Wettbewerb von SRF3. Hierzu wählt das Radio monatlich das beste Nachwuchstalent aus, welches sich für den Swiss-Music-Award bewerben kann. In diesem Jahr mit dabei waren in Zermatt die drei Finalisten Hecht, Kyasma und Mo Blanc.

 

Musik auf der Piste

Neben den New Talent Stages fanden auch Konzerte internationaler Künstler statt. Zu den Einzelkonzerten gelangte man teilweise mit der Bahn ins Skigebiet. Beispielsweise auf der Sunnegga, auf 2288 Höhenmeter wo während des Sonnenunterganges akustische Konzerte von Tom Freund, Marianna Faithfull oder Sivert Høyem stattfanden. Hinzu kamen Einzelkonzerte internationaler Künstler im Dorf. Mando Diao war vor Ort, um ihr Album Infruset vorzustellen, welches neu Lieder in Schwedisch enthält. Auch die Fantastischen Vier gaben bereits ihr Bestes.

 

Walliser Hackbrett passend zum Akustik-Konzert

Auf dem Programm stand auch Stefanie Heinzmann, die am Mittwoch mit ihrer Band im Vernissage Club ein akustisches Konzert spielte. Sie sang ihre eigenen Lieder, sowie unter anderem ein Cover von Jill Scott, mit Begleitung von Cello und – was für die Walliser Zuschauer eine besondere Überraschung war – einem Hackbrett. Das Klangspiel von Ephraim Salzmann mit der Stimme von Stefanie Heinzmann war für die Zuschauer überraschend neu und doch heimelig.  Begleitet wurde auf einem Walliser Hackbrett, welches vor allem die älteren Konzertbesucher noch aus ihrer Vergangenheit kennen. Das Instrument wird heute nicht mehr sehr oft hergestellt.

 

Während des Festivals erwartetem die Besucher noch einige spannende Auftritte. Beispielweise der Auftritt von Mocheeba with Skye, die wieder vereint, ebenso wie andere Künstler, zum Thema des Festivals ein Unplugged Konzert in akustischer Form gaben. Zermatt Unplugged hat somit im beginnenden Frühlingswetter die Openair-Saison eingeleitet und für jede Menge Frühlingsgefühle gesorgt.

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