Kultur | 04.04.2013

Steaming Satellites begeistern in Bern

Text von Laura Quadri | Bilder von Laura Quadri
Mit ihrem neuen Album in der Tasche hatten die Jungs von Steaming Satellites letzten Donnerstag ihr vorletztes Konzert ihrer Deutschland-, Österreich- und Schweiz-Tournee. In der ausverkauften Rössli-Bar der Reitschule brachten sie die Menge zum Kochen und als Ergänzung sorgte der Support "Hustle and Drone" aus den Staaten.
Sänger der Band Steaming Satellites Max Borchardt in der Rössli-Bar der Reitschule.
Bild: Laura Quadri

Hustle and Drone als Tour-Begleitung machten einen gelungenen Anfang des Konzertes. Mit ihren basslastigen Electro-Nummern packten sie die Zuschauer und versprühten eine erste Euphorie. Je mehr sie spielten, desto mehr kam die Musik beim Publikum an.

 

Nicht umsonst ausverkauftes Haus

Der amerikanische Support machte eine gute Arbeit, denn spätestens beim zweiten Song von Steaming Satellites bebte der Club. Niemand stand mehr still, die Menge war im Indie-Universum angekommen. Mit ihren spacigen Indie-Rock-Songs spielte das Quartett sich selbst und die Besucher durch einen emotional und musikalisch intensiven Abend. “Die Leute waren von Anfang an dabei, die Stimmung ist gleich übergeschwappt, schon vor dem Auftritt waren die Besucher gut bei Laune”, beschrieb Keyboarder Emanuel Krimplstätter die Stimmung in Bern. “Es war ein total gelungener Auftritt, sehr intensiv und laut auf der Seite der Band und der Zuschauer.”

 

Musik – ein Traum wird Wirklichkeit

Die Österreicher kennen keine Grenzen, keine Pausen und keine Stopps. Sie spielten ihre Songs voller Leidenschaft und Emotionen. Damit packten sie die Konzertbesucher und Zugabe um Zugabe musste gespielt werden. Sie spielten ihre Hits voller Überraschungen, Verlängerungen und Ergänzungen, so dass sie ihre Songs manchmal doppelt so lange spielten als auf ihren Aufnahmen. “Der Auftritt war energetisch und ehrlich. Ehrlich von beiden Seiten her, von der Band und den Zuschauern”, sagt Emanuel und antwortet auf die Frage, ob sie wieder in die Schweiz kommen werden ohne zu zögern: “Auf jeden Fall. Nächsten Herbst ist eine weitere Tour durch die Schweiz geplant. Wir spielen hier unglaublich gerne. Wir haben keinen Stress, es gibt keine unguten Menschen und wir sind auf der gleichen Wellenlänge wie die Konzertbesucher. Dies führt zu einem gemütlichen Flair.”

 

Dieses gemütliche Flair und die unverwechselbare Stimmung ist vor allem der vielfältigen Musik von Steaming Satellites zu verdanken. Die Band möchte sich nicht auf ein Gendre reduzieren lassen. So sagen sie im Interview, dass sich nicht nur ihre Musik, sondern auch ihr eigener Musikgeschmak immer wieder verändert und sie dadurch einen interessanten Mix aus Synthie und Gitarre erzeugen möchten. “Klar, am meisten wurden wir von unseren Eltern und den 60ern, so wie den 70ern beeinflusst, darum die Gitarrenklänge. Doch ansonsten machen wir einfach. Wir überlegen nicht. Wahrscheinlich schnappen wir Musik unbewusst auf und formen sie zu unserer eigenen. Pro Album schreiben wir circa 30 bis 40 Songs und haben danach die Qual der Wahl, welche wir aufnehmen. Doch langsam fängt unsere Musik an Früchte zu tragen.”

 

Leben von der Musik

Die Jungs machen Musik, “weil sie nichts anderes können”. Über 15 Jahre spielten sie in verschiedenen Bands zerstreut, haben sich vor fünf Jahren gefunden und träumen seither, von der Musik leben zu können. “Es gab immer diesen Drang und diese Vision, die Musik als Hauptberuf ausüben zu können. Trotzdem wissen wir, dass dies in Österreich und der Schweiz einer Uthopie gleichkommt. Für Max sind die Auftritte zudem ein Verarbeitungsprozess, er könnte keine anderen Texte singen, als seine eigenen.” Und dies merkten die Zuschauer auch. Max Borchardt versprühte Magie indem er seine Texte mit Hingabe präsentierte und sie mit seiner unverwechselbaren Stimme untermalte. Auch Gäste, die noch nie von Steaming Satellites gehört hatten, wurden mitgerissen: “Ich kannte die Band nicht und kam spontan vorbei, doch man muss sich Steaming Satellites unbedingt merken.”