Sport | 28.04.2013

GC – Thun

Text von Simon Scheidegger | Bilder von Manuel Lopez
Nach einem unterhaltsamen Spiel feiert der FC Thun den vierten Sieg in den letzten fünf Spielen. Während die Thuner leise Träume an eine Europa-League- Teilnahme hegen, erleiden die Zürcher einen weiteren Rückschlag im Kampf um den Traum vom Meistertitel. Beide Träumer zeigen sich aber bodenständig und ruhig.
  • Amir Abrashi behauptet den Ball gegen Benjamin Lüthi.

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  • Amir Abrashi behauptet den Ball gegen Benjamin Lüthi.

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  • Anatole beisst sich gegen die Thuner Thomas Reinmann und Roland Bättig die Zähne aus.

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  • Benjamin Lüthi lanciert einen nächsten Thuner Angriff.

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  • Frank Feltscher alleine vor Guillaume Faivre, der aber glänzend reagiert.

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  • Frank Feltscher kam ins Spiel, blieb aber auch gegen Benjamin Lüthi wirkungslos.

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  • GC Izet Hajrovic hatte Mühe, sich gegen die gut stehenden Thuner durchzusetzen.

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  • Guillaume Faivre kämpft mit dem Gleichgewicht.

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  • Marco Schneuwly, Mitte, kämpft um den Ball und stellt die GC-Abwehr vor Probleme.

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  • Nassim Ben Khalifa wurde eingewechselt.

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  • Stephane Grichting gewann viele Luftduelle, auch gegen Enrico Schirinzi.

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Der FC Thun hat in den letzten vier Spielen zehn Punkte geholt. Nur gegen die europäischen Höhenflieger vom Rheinknie holten die Berner Oberländer nicht das Punktemaximum. Entsprechend selbstbewusst starteten sie denn auch in die Partie. Bättig, Lüthi und Schindelholz erarbeiteten sich vielversprechende Möglichkeiten. Nach etwa 20 Minuten kamen dann auch die Zürcher besser ins Spiel, aber Zuber verpasst nach einer Flanke von Anatole. Die grösste Chance der ersten Halbzeit vergab Amir Abrashi als er alleine auf Thun-Torhüter Faivre loszog, dieser aber glänzend reagierte. Die Thuner konterten blitzschnell und profitierten von der unsortierten GC-Abwehr. Renato Steffen schoss wuchtig aus 18 Metern in die linke obere Torecke. Die Thuner Führung war aufgrund des guten Starts nicht unverdient. “Wir haben den Start komplett verschlafen, agierten phlegmatisch und überhaupt nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten”, sagte denn auch GC-Coach Uli Forte. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit schienen die Zürcher dann erwacht zu sein, Izet Hajrovic tritt einen Freistoss ins Zentrum, Faivre lässt nach vorne abprallen, Michael Lang und Stéphane Grichting verpassen aber kläglich.

4 Spiele – 5 Tore

Nach dem Pausentee, den die Spieler sicherlich als willkommene Möglichkeit aus dem Dauerregen zu entfliehen, betrachteten, kam GC dem Ausgleich wiederum nahe. Faivre klärte aber nach einem Kopfball von Salatic. Halbzeitübergreifend hatte GC also seine guten 10 Minuten, mehrheitlich hatten die Thuner das Geschehen aber im Griff. Sie erarbeiteten sich eine Überlegenheit im Mittelfeld, was in Anbetracht des prominent besetzten Zürcher Mittelfeldes doch überraschte. In der 64′ ähnelte die Szenerie derjenigen vor dem Thuner Führungstor in der 34. Minute. GC kombinierte für einmal gefällig, die letzte Konsequenz fehlte aber, und Thun konterte. Benjamin Lüthi lancierte mit einem klugen Pass in die Tiefe Marco Schneuwly, und dieser schob eiskalt zum 0:2 ein. Für den Thuner Goalgetter war es das fünfte Tor in den letzten vier Spielen.

“Es ist noch nichts verloren”

Damit war in einem zuvor unterhaltsamen Spiel die Luft draussen. GC vermochte nicht zu reagieren, und auch die Einwechslungen von den schnellen und torgefährlichen Frank Feltscher und Nassim Ben Khalifa blieben wirkungslos. Für die Zürcher, die nach einer starken Vorrunde schwächeln und bei einem Basler Sieg gegen Luzern schon sechs Punkte Rückstand auf die Rot-Blauen hätten, wird es schwierig, doch noch die Meisterschaft zu gewinnen. Davide Taini, der den gesperrten GC-Stammgoalie Roman Bürki vertrat, gibt sich aber indes kämpferisch: “Es sind immer noch sieben Spiele, da ist noch nichts verloren.” Die momentane Konstanz, mit der der FC Basel aber momentan – notabene in drei Wettbewerben – spielt, lässt die Zürcher Hoffnungen nicht unbedingt grösser werden.

Bescheidener Zuschauerauflauf

Aber immerhin haben sie im Cupfinal in Bern noch die Möglichkeit den Baslern das Double – rotblaue Daueroptimisten sagen gar das Triple – zu vermiesen. Dann – am 20.Mai – wird hoffentlich auch der Zuschauerauflauf wieder etwas grösser sein, denn dieser war mit 4100 Fans nicht einem Titelaspiranten würdig, sondern vielmehr dem tristen Dauerregen entsprechend.

Bodenständig – und doch die EL vor Augen

Die Thuner sind derweil dem Traum der Europa League wieder einen Schritt näher gekommen. Trainer Urs Fischer freut sich für sein Team und ist glücklich wie momentan alles zusammenpasst. Er warnt aber auch: “Im Fussball kann es sehr schnell gehen. Wir haben das selber erlebt. Vor fünf Spielen war uns noch Servette im Nacken, jetzt redet jeder von der Europa-League.” Falls die Thuner auch am nächsten Wochenende gegen Luzern so abgeklärt und diszipliniert spielen, werden solche Europa-League-Stimmen sicher nicht leiser werden.