Politik | 24.04.2013

Das Morgen heute planen

Text von Vanessa Zallot | Bilder von Vanessa Zallot
In St. Gallen fand vom 17. bis zum 19. April das Deutschsprachige Jugendforum statt. 187 Teilnehmer reisten aus deutschsprachigen Regionen in ganz Europa an, um über Themen zu diskutieren, welche die Jugend von heute bewegen. Dahinter steht das EU-Programm "Jugend in Aktion".
Marsmenschen begleiten das internationale Jugendforum. Haben viel aus dem Austausch mit Teilnehmern gelernt: Alexander und Stefan aus Berlin.
Bild: Vanessa Zallot

Das dreitägige Jugendforum (abgekürzt JuFo) stand ganz unter dem Thema Weltall. Dementsprechend wurden auch die Anlässe genannt: Es ging vom “Take-Off”, über die “Station Weltraumbahnhof” bis zur “Konferenz der Supergalaktischen”. Dass beim abschliessenden Anlass, der passend “Blick in die Sterne” genannt wurde, Jugendliche als Marsmenschen verkleidet auf der Bühne standen, verwunderte somit auch nicht. Die Nachricht war klar: Es ging darum Horizonte zu erweitern. Das bestätigt auch Alexander, ein Teilnehmer aus Berlin: “Es wird eine solche Vielfalt an Möglichkeiten und Problemfeldern bearbeitet, dass man ein völlig neues Bewusststein über den eigenen Handlungsbedarf bekommt”, sagt er.

 

Galaktisch dichtes Programm

Während der ersten zwei Tagen wurden unter anderem Themen wie Konsum und Nachhaltigkeit, Bildung, sowie kulturelle Vielfalt und Migration in sogenannten Missionen besprochen und nach Lösungsansätzen gesucht. Diese wurden abschliessend in der Konferenz vorgestellt und besprochen. “Das sind brandaktuelle Themen, bei denen viel Diskussions- und Klärungsbedarf besteht”, sagt die Bremerin Steffi. Vreni Ostenberger, die für die Schweizerische Landjugend anwesend war, betont zudem, wie schnell man sich für ein Thema interessieren könne, wenn man sich nur damit befasse.

 

Auch Reden, wie die des Schweizer Zukunftsforschers Georges T. Roos, der über “Megatrends der Gesellschaft” sprach, machten einen Teil des Programms aus. Am Donnerstagabend wurden die Teilnehmer zusätzlich von Regierungsrat Benedikt Würth empfangen. Alexander und Stefan (beide aus Berlin) sind sich jedoch einig: Am meisten hätten sie aus den Gesprächen in den Pausen, also ausserhalb des regulären Rahmens lernen können. Es sei immer wieder interessant so viele engagierte Leute zu treffen und ihre Beweggründe kennenzulernen, sagt Alexander.

 

Der Austausch als Lösung

Viele ausgearbeitete Lösungsansätze zeigen, dass man mit der Zeit gehen muss, um Probleme lösen zu können. Dazu gehört natürlich auch die Nutzung neuer Medien. Die Mission zum Thema Bildung fordert die Ausbildung von Social Media Trainern via Internet-Plattform. Sogar eine Idee für eine “Partizipationsapp” wurde ausgearbeitet – dieses soll als Plattform für Projektsuchende und -ideen dienen.

 

Der Sinn des Jugendforums spiegelt sich auch in den Lösungsansätzen wider: der Austausch von Ideen. Die Mission, von der auch die Idee der Partizipationsapp stammt, befasste sich mit dem Thema alternative Partizipation. Dieses widmet sich den neuen Plattformen, auf denen Jugendliche heutzutage politisieren. Ihr Lösungsansatz beinhaltete unter anderem ein Internetprogramm, das die Kommunikation mit Coaches interaktiv ermöglicht. Zudem sahen sie ein Camp vor, bei denen sich Jugendliche austauschen können. Die Mission zum Thema Bildung erachtet zudem Schüleraustäusche für hilfreich.

 

Tolle Dynamik unter Wenigen

Viele antworteten auf die Frage, was ihnen in Erinnerung bleiben wird gleich: Die Abschlussfeier am Vorabend! Die gute Stimmung am letzten Tag war kaum zu übersehen – und das, obwohl einige über die Müdigkeit klagten. Auf der Bühne wird zu guter Letzt sogar gesungen und getanzt. “In kürzester Zeit hat sich so eine tolle Gruppendynamik entwickelt”, schwärmt Simone aus Kiel. “Alle verfolgen gemeinsam ein Ziel und kämpfen für eine Idee!”, ergänzt die Erfurterin Natascha.

 

Jakob, der aus Kärnten angereist ist, erwähnt jedoch: “Speziell war bestimmt, dass an diesem Jugendforum leider viel zu wenig Jugendliche teilnehmen. Das hat uns ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht.” Tatsächlich ist die Teilnehmerzahl mit 187 Personen überraschend klein, wenn man bedenkt, dass das Forum Jugendliche aus sechs Ländern, darunter auch Belgien und Luxemburg, anspricht. Die Anwesenheit des Forums bemerkt man kaum – ausser man nimmt selbst daran teil. Viele Teilnehmende engagieren sich zudem bereits in Programmen wie “Jugend in Aktion” und sind nur so auf die Veranstaltung aufmerksam geworden.

 

Das Deutschsprachige Jugendforum findet alle drei Jahre statt. Als am Schluss verkündet wurde, dass man das nächste Forum in Luxemburg plant, war einigen die Vorfreude bereits anzusehen.