Kultur | 08.04.2013

“An meinen Konzerten sollen Menschen die Musik erleben.”

Text von Melanie Bösiger | Bilder von Kathrin Ernst
Der Soulmusiker Marc Sway hat im Oktober 2012 sein viertes Album "Soul Circus" veröffentlicht. Wegen seinem Engagement als Coach bei "The Voice of Switzerland" musste die Tournee aber warten. Am letzten Wochenende ging's für den Sänger endlich los. Tink.ch hat ihn vor seinem zweiten Konzert auf der aktuellen Tour in Murten getroffen.
Marc Sway im Gespräch mit Tink.ch-Reporterin Melanie Bösiger. Beim Auftritt im Hotel Murten am vergangenen Samstag in Murten ist Musiker Marc Sway in seinem Element.
Bild: Kathrin Ernst

Tink.ch: Auf deiner kommenden Tournee begleitet dich deine The-Voice-Finalistin, Sarah Quartetto. Wie ist das für dich, mit jemandem zu arbeiten, der noch wenig Erfahrung hat im Musikbusiness?

Marc Sway: Ich finde das sehr spannend. Bei Sarah ist mir wichtig, ihr auch nach “The Voice of Switzerland” eine Plattform für ihre Musik zu bieten. Ich will ihr eine Chance geben und nehme sie deshalb mit auf Tournee. An anderen Orten treten noch weitere The-Voice-Kandidaten mit uns auf, zum Beispiel Michael Williams, unser Singing Postman.

 

Du arbeitest auch mit bekannten Musikern zusammen. Für dein neues Album hast du mit Sina ein Duett aufgenommen. Wie kam es dazu?

Ich mag Sina als Mensch und Musikerin sehr. Ich habe sie angefragt, ob sie bei einem Song von mir mitsingen würde. Sie meinte, sie plane gerade ein Duett-Album und wir könnten einander gegenseitig einen Song schenken. So singen wir gemeinsam auf meinem Album “Eus” und auf ihrer CD “Wa du bisch”.

 

Geniesst Schweizer Musik deiner Meinung nach genug Anerkennung?

Das hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Aber Schweizer Musik könnte sicher einen höheren Stellenwert haben. Wir sind noch nicht am Maximum angelangt. In meiner zweiten Heimat, Brasilien, zum Beispiel wird Musik und Kunst viel höher gewertet als hier. Ich wünsche mir, dass Menschen an Konzerte kommen und die Musik erleben. Heute wird zwar immer mehr Musik gespielt, aber die Wertschätzung geht dabei verloren.

 

Hängt das auch mit der Gratis-Kultur zusammen?

Ja, wahrscheinlich schon. Das betrifft nicht nur die Musik, das ist eine Zeiterscheinung. Gratis ist aber eine Einbahnstrasse. Ich bin überzeugt, dass man entlöhnt werden sollte für das, was man macht. Egal wie viel Arbeit und wie viel Leidenschaft dahinter steckt.

 

Deine neue CD ist ein Zirkus-Album. Hat dich dieses Thema bei der Songproduktion mehr eingeschränkt als die Themen deiner letzten Alben?

Im Gegenteil. Der Zirkus ist eine sehr fantasievolle und kontrastreiche Welt. Es gibt den fröhlichen und den traurigen Clown und der Zirkus funktioniert nur mit beiden. Es ist eine Welt, in der Heiterkeit neben Melancholie Platz hat. Das fasziniert mich.

 

Auf dem Album sind viele Zirkusmusik-Elemente zu hören. Lässt sich das live umsetzen?

Das Konzept bei der Albumproduktion war, typische Zirkuselemente in meine Soulmusik zu integrieren. Das geht auch in einem Konzertsaal. Die Songs sind so geschrieben, dass sie nach Zirkus klingen. Auf der Bühne muss das nur noch gespielt werden.

 

Worauf freust du dich auf der kommenden Tournee?

Einfach Musik zu machen! Im Studio bin ich alleine, live habe ich ein Publikum. Ich bekomme eine ganz direkte Reaktion auf das, was ich mache. Diese Symbiose zwischen Musikern und Publikum gibt es nur auf der Bühne. Aus diesem Grund ist live zu spielen für mich sehr magisch.