Sport | 12.03.2013

Tierische Abwechslung

Text von Simon Scheidegger | Bilder von Simon Scheidegger
Ein Marder erobert die Medien. Wann kommt die Kuh?
Der sportliche Überblick der Woche: Sportissimo von Simon Scheidegger.
Bild: Simon Scheidegger

In der Fussball Super League ziehen Leader GC und Verfolger Basel einsam ihre Kreise an der Spitze und gewinnen Spiel um Spiel. Es ist beinahe zur Gewohnheit geworden. Und deshalb, um der Langeweile vorzubeugen, fasste sich ein kleiner Nager ein Herz und flitzte über den Kunstrasen der Arena Thun. Wagemutig versuchten die Spieler des FC Thun und FC Zürich den verwirrten Marder wieder einzufangen. Loris Benito vom FCZ wurde mehrfach gebissen und musste verarztet werden, bevor der ungebetene Gast schliesslich doch noch eingefangen werden konnte.

 

Dieser Vorfall ist der einsame Höhepunkt des vergangenen Spieltages und der Marder mausert sich zum medialen Star. Dass nach einer kompletten Fussballrunde mit fünf Spielen viel mehr über den Marder als über die eigentlichen Spiele berichtet wird, unterstreicht die Eintönigkeit, die im nationalen Fussballzirkus Einzug hält. Es ist, als ob man gewisserweise auf eine Gelegenheit wartete, um nicht über die nächsten Siege von Basel und GC, eine weitere Niederlage von Sion oder die anhaltende Auswärtsschwäche von YB berichten zu müssen.

 

Wenn sich Tiere in Sportveranstaltungen verirren, geht es allerdings nicht immer so glimpflich aus wie beim Marder, der in einer nahegelegenen Wiese wieder freigelassen wurde: Beim Bathurst Race in Australien, bei dem sich die Autos während 1000 Kilometern auf einem Rundkurs messen, hat sich schon das eine oder andere Känguru auf die Strecke verirrt, was das Beuteltier nicht selten das Leben gekostet hat. Bei anderen Autorennen versperrten auch schon Kühe oder Pferde den Weg. Auch dies endete meist unschön.

 

In der Schweiz gibt es aber bekanntlich keine Formel 1 oder Ähnliches. Und so muss sich weder Aschis Kuh noch Pesches Pony fürchten, beim Sport ums Leben zu kommen. Im Gegenteil. Alle würden sich über deren Besuch freuen. Insbesondere auf Abwechslung hoffende Sportjournalisten.