Kultur | 05.03.2013

Im Tanzschritt in die Nacht hinein

Gleich zweimal beehrte die Parov Stelar Band Zürich - mit einer ausverkauften Show am 1. März und einem Zusatzkonzert zwei Tage später. Unsere Reporterin erlebte die Band am vergangenen Freitag live und liess sich vom guten Sound und der heiteren Stimmung mitreissen.
Parov Stelar aus Österreich spielten im Komplex 457 gleich zwei Konzerte.
Bild: Charlotte Hoes Mit einer professionellen Show und gekonnten Effekten sorgte die Band für gute Stimmung. Jerry Di Monza an der Trompete, links von ihm Marcus Füreder aka Parov Stelar, rechts Max "The Sax". Antreibend führte Sängerin Cleo durch den Abend.

Eigentlich bräuchte es nur einen Mann auf der Bühne. Der befindet sich merkwürdig entrückt im seitlichen Hintergrund, verborgen hinter einem gigantischen, schwarzen, mit einem Computer ausgerüsteten Altar. Etwas erhöht stehend sieht man von ihm nur den Kopf, der mit der Musik wippt und den regelmässig ein zufriedenes Lächeln ziert.

 

Der frisch gewordene Vater hat den Electroswing von Beginn an massgeblich mitgestaltet. So tourt er mittlerweile um die ganze Welt, längst ist er nicht mehr nur im deutschsprachigen oder europäischen Raum bekannt.

 

Eigentlich würde dieser Mann also schon reichen. Eigentlich. Denn wenn sich auch der gebürtige Linzer Marcus Füreder aka Parov Stelar für die Musik kenntlich zeigt, so wäre sie ohne die restlichen Bandmitglieder nicht einmal halb so gut.

 

Eine Pantherin zwischen Männern

Allen voran die beiden Bläser, Max «the Sax« am Saxophon und Jerry Di Monza an der Trompete. Die drei Männer, die auch einige Arbeiten unter dem Namen «Parov Stelar Trio« veröffentlichen, teilen sich als Parov Stelar Band die Bühne mit zwei weiteren Männern: Willie Larsson Jr. am Schlagzeug und Michael Wittner am Bass. Komplettiert werden sie von der einzigen Dame im Ensemble, der Pantherin Cleo. Sie ist wohl am prägnantesten, weil am buntesten. Während sich die anderen Bandmitglieder schwarz-weiss zurückhalten, fällt sie durch jede Menge Eleganz und Sexappeal im roten Blüschen, kurzer schwarzer Hose und hohen Schuhen auf.

 

Geboten wurden im Komplex 457 beschwingende, rhythmische Musik, passende Visuals und eine hingebungsvolle Show. Ausserdem stellte die Band zwei neue Songs vor. Vordergründig verwöhnte man aber mit gewohnt stimmungshebenden Liedern wie Chambermaid Swing, Catgroove und Matilda das Publikum. Ob es sich dabei um live gespielte oder aufgezeichnete Musik handelte, war nicht klar – das Ergebnis blieb für jene, die des Sounds und des Tanzens wegen zugegen waren, dasselbe Sie dankten der Band ihre Darbietung mit tosendem Applaus und holten sie gleich zweimal zur Zugabe zurück auf die Bühne.

 

Der Tanzbär wütet

Mit seiner Musik vermittelt der Electroswing wohl auch ein gewisses Mass an Stil, was in Hipster-Zeiten besonders gern angenommen wird. So überraschten die vielen Krawatten, Hüte und Hosenträger an den männlichen Oberkörpern weniger. Fast schon obligatorisch gehörten sie zum guten Ton. Auch einige ältere Anzugträger hatten sich eingefunden, zumeist im oberen Rang, um den Treiben mit etwas Abstand zusehen zu können.

 

Unten wütete der Tanzbär. Wenngleich der sich auch schnell etwas erschöpft zu den Seiten ausdünnte, änderte dies nichts an der guten Stimmung im ganzen Saal.

 


 

Ganz so glamourös wie die künstlerischen klingen die bürgerlichen Namen der Mitglieder der Parov Stelar Band zwar nicht, sollen hier aber dennoch genannt werden: Parov Stelar – Marcus Füreder; Max the Sax – Markus Ecklmayr; Jerry Di Monza – Gerd Rahstorfer; Willie Larsson Jr. – Hans-Jürgen Bart; Michael Wittner – Michael Wittner; Cleo Panther – Daniela Hrenek

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