Gesellschaft | 11.03.2013

Fleischlos glücklich?

Text von Fiona Eisenhut | Bilder von Timo Eisenhut
Mit ihrer Forderung, das Fleisch aus dem Angebot der Mensa zu streichen, sorgten Studierende der Uni Basel letzten September schweizweit für Schlagzeilen. Das neue Verpflegungskonzept der Kantine, welches Ende Februar in Kraft getreten ist, erfüllt die Ansprüche der Studierenden zumindest teilweise.
Die Uni-Mensa in Basel bietet dem Büebli trotz neuem Konzept immer noch weitaus mehr als nur ein Rüebli.
Bild: Timo Eisenhut

Es ist zwölf Uhr mittags, in der Mensa der Universität Basel herrscht Hochbetrieb. Hungrig strömen die Studierenden in den Eingangsbereich der Mensa, wo die verschiedenen Tagesmenüs in Glasvitrinen ausgestellt sind. “Mmh, Chili con… Chili sin Carne? Jessesgott!”, ruft ein junger Mann aus. Ein paar Meter weiter betrachtet eine Studentin interessiert eine Infotafel, die mit einer eindrücklichen Skala auf die Umweltbelastung verschiedener Nahrungsmittel aufmerksam macht. Im dunkelroten Bereich in Sachen CO2-Abgabe: das Fleisch.

 

CO2-Reduktion angestrebt

Seit dem Semesterstart Ende Februar kocht die Mensa der Universität Basel verstärkt klimafreundlich. Sowohl bei der Logistik, bei Betriebsprozessen wie Kühlung und Beleuchtung, als auch durch die Anpassung des Angebots soll der CO2-Fussabdruck der Betreiber und letztlich auch der Kunden reduziert werden. Neu stehen jeden Tag zwei statt nur wie bisher ein Vegi-Menü zur Auswahl, wobei mindestens einmal wöchentlich auch ganz auf tierische Erzeugnisse verzichtet wird. Bis zu drei Tagesmenüs pro Woche entsprechen überdies dem WWF-Standard: Durch die Verwendung von ausschliesslich saisonalen und umweltschonend produzierten Nahrungsmitteln sowie durch den Verzicht auf Flugware und Fleisch wird bei diesen Gaumenfreuden im Vergleich zum durchschnittlichen Mittagessen rund 50 Prozent an Treibhausgasen eingespart.

 

Studentisches Engagement hat sich gelohnt

Die Umstrukturierungen unterstützt hat die Studentische Körperschaft der Universität Basel, die skuba. Sie hatte letzten September das Anliegen einer Gruppe von Vegetariern und Veganern der Uni Basel aufgenommen und eine komplett vegetarische Uni-Mensa gefordert. Nach einem Referendum von Seiten anderer Studierender wurde dieser Antrag dann etwas relativiert: das Fleisch brauche nicht ganz aus dem Speiseplan gestrichen zu werden, jedoch werde eine erhebliche Vergrösserung und preisliche Aufwertung des vegetarischen und veganen Angebots beantragt, teilte die skuba mit.

 

Neues Konzept betrifft nicht nur Basel

Erste Impulse zur klimafreundlicheren Gestaltung des Essensangebots kamen jedoch nicht von Studierenden, sondern aus den Reihen der Mensaleitung selbst: Die SV-Group, welche die Kantine der Uni Basel betreibt, hatte bereits im April letzten Jahres gemeinsam mit dem WWF Schweiz die Entwicklung eines umweltbewussten Konzepts für die Gastronomie aufgenommen. Die daraus hervorgehenden Massnahmen zur CO2-Reduktion sollen nicht nur in der Basler Uni-Mensa, sondern auch in anderen SV-Betrieben in der ganzen Schweiz durchgesetzt werden.

 

Der Studierendenrat begrüsst zwar die von der Mensaleitung ergriffenen Massnahmen. Er hält jedoch weiterhin an seiner Forderung nach einem vegetarischen Tag pro Woche und einem täglichen veganen Menü fest.