Gesellschaft | 20.02.2013

Rückkehr an die Universität

Text von Dr. Radegeber | Bilder von Archiv Tink.ch
Die Jagd nach den ECTS-Credits ist offiziell wiedereröffnet: Die 15-~412 Einfaltspinsel der Uni Bern stürmen erneut die grosse Schanze. Dr. Radegeber sagt euch, wie ihr möglichst unbeschadet durch's nächste Semester kommt.
Nicht immer beim Wort zu nehmen: Dr. Radegeber.
Bild: Archiv Tink.ch

Dass das Studentenleben ein Klacks sei, ist allgemein das Vorurteil gelernter Berufsleute. Doch es gehört sehr viel dazu, um sich an der Uni Bern durchzuschlagen.

 

To-Do-List

Um für das Semester gewappnet zu sein, folgt nun die ultimative Einkaufsliste. Für die Studenten, die tatsächlich Vorlesungen besuchen, ist natürlich Notizmaterial essentiell. Dieses kauft man sich natürlich nicht in der Papeterie sondern bei Fizzen oder Kitchener. Dieses schrecklich unbrauchbare und überteuerte Büromaterial sieht nämlich unfassbar gut aus. Nicht?

 

Desweiteren lohnt es sich für Lernstunden spätabends in der Zentralbibliothek, stets eine Packung Kondome mit dabei zuhaben. Wer weiss, vielleicht grinst die französische Austauschstudentin nicht nur aus Höflichkeit ständig in deine Richtung? Es könnte sich bestimmt lohnen, sie im Kopierraum besser kennenzulernen. Und spätestens für die Lernphase ab Juni werden alle Hobby-Doper wieder ihrer Koffeinsucht nachgeben. Für die Studenten, die sich neben ihren zwei Vorlesungen pro Woche nicht zu beschäftigen wissen und auch sonst nichts zu tun haben, wird sich bestimmt im Unisport genügend Betätigung finden lassen. Allerdings scheint der Pole-Dance-Kurs immer noch nicht im Programm aufgenommen zu sein. Welch Schande!

 

Jenseits von Poledance und Unisport ist’ts für Stundenten natürlich wichtig auch an Wochenenden das Tanzbein zu schwingen, stellt sich wie immer die Frage, wo man sich am Wochenende herumtreibt. Zu beachten ist dabei bestimmt, welche Lokale eine zu hohe Hipsterdichte, wie etwa das Kapitel Bollwerk oder die Turnhalle, aufweisen. Auch messbar scheint die Menge der verwendeten Haarbleiche im Club, welche möglichweise in Hotspots wie Mad-Wallstreet, Le Ciel und im Liquid so hoch ist, dass sie für gesundheitliche Risiken sorgen könnte.

 

An die Arbeit!

Während die letzten Semesterprüfungs-Statusmeldungen auf unseren Facebook-Pinnwänden verblassen, höre ich die ersten Halbstarken im Tram klagen, ihr Professor hasse sie. Oder man habe keine Motivation mehr für’s Studium. Der Bologna-Dschungel ist ein hartes Pflaster, ganz klar. Jedoch verglichen mit dem noch härteren Berufsleben wahrscheinlich noch  gemütlich.

 

Doch wie schaffen Studenten den Einstieg ins Berufsleben? Am ehesten bei Mc-Donalds und Starbucks an der Kasse. Allerdings sieht’s nach dem Studium für viele Akademiker nicht so rosig aus: Der Stellenmarkt ist hart umkämpft. Um da eine passende Stelle zu finden, ist es wichtig, sich so stark wie möglich zu verstellen und Berufserfahrung zu heucheln. Wenn der Bewerber der Nachbarin früher beim Rasenmähen mal geholfen hat, sollte man dies als Gärtner-Praktikum unbedingt erwähnen. Oder falls man neben Facebook sein Profil auch auf Twitter, Tumblr, Xing und Instagram hat, sollte man sich unbedingt einen Social-Media-Spezialisten nennen.

 

Wer sich diese Tipps zu Herzen nimmt, wird dieses Semester mehr oder weniger unbeschadet, durch Vorlesungen, Seminare, Kurse und gar Berufsleben kommen. Doch ums Lernen kommt keiner herum. Und wer durch die Prüfungen rasselt oder gar aus dem Studium fliegt, hat immer noch die Möglichkeit, sich bei der Migros Klubschule in Kosmetik und Nageldesign ausbilden zu lassen.