Gesellschaft | 05.02.2013

Into the wild

Text von Dr. Radegeber | Bilder von Archiv Tink.ch
Auch Dr. Radegeber hat die letzten Wochen gespannt in den australischen Dschungel geblickt. Dort haben scheinbar berühmte Persönlichkeiten zwei Wochen im Dschungel ausgeharrt. Tink.ch weiss wieso.
Nicht immer beim Wort zu nehmen: Dr Radegeber.
Bild: Archiv Tink.ch

Dank dem Fernseh-Format «Ich bin ein Star, holt mich hier raus!« hat es australisches Ungeziefer bis auf die Essteller der Primetime geschafft. Seit 2004 stimuliert RTL jährlich im Frühjahr den Brechreiz des TV-Publikums und setzt neue Massstäbe für niveauarme Live-Übertragungen. Nun droht dafür sogar noch eine Auszeichnung.

 

RTL macht-˜s vor, Grimme macht-˜s nach

Der Dschungel fasziniert uns Pauschaltouristen schon seit eh und je und umso gebannter verfolgten wird die vergangenen Wochen die XYZ-Prominenz auf ihrem humanen Abstieg durch das Abendprogramm von RTL. Es ist ein Ort wo Tiergenitalien zu Esswaren werden und ein Doktor ohne Doktortitel, nicht zu vergleichen mit mir, medizinische Ratschläge gibt. Doch worauf kommt-˜s im Dschungel wirklich an?

 

Nun, die Buschberühmtheiten von RTL haben verschiedene Tricks. Paradiesvogel Olivia Jones schminkt sich als Papagei und versucht so mit ortskundigen Singvögeln zu kommunizieren. Weniger rumvögeln hingegen möchte Quoten-Model Fiona Erdmann. Diese war bereits bei Germany-˜s Next Topmodel (ein Intelligenzwettkampf auf ProSieben) zu sehen und hat dort gelernt, durch ihre unangenehme Art sämtliche Gefahren in Sekundentempo zu verscheuchen.

 

Zehn weitere Personen, welche mehrheitlich auch Casting-Nebenerzeugnisse sind, befinden sich auch im Camp. Doch kaum wen kennt man. Nun, irgendwie möchte man auch nicht. Jedoch das Komitee der renommierten Fernsehauszeichnung «Grimme-Preis« weiss den kulturellen Mehrwert des alljährlichen Kakerlaken-Haufens zu schätzen und nominierte jüngst das Format für den diesjährigen Award. Die Verleihung findet am 12. April 2013 statt. Gerüchten zufolge werde das Catering geröstete Maden mit gedämpften Krokodilpenissen servieren.

 

Wie-˜s wirklich geht

Für unsere lieben Leser folgt jedoch nun noch die korrekte Anleitung zum Überleben in der Wildnis. Diese klappt übrigens auch, wenn man noch nie in einer Castingshow war, oder an einem perfekten Promi-Dinner teilgenommen hat.

 

Für das Überleben im Urwald zählen einzig diese fünf Überlebensregeln:

1. Erlerne die katalanische Sprache. Sie ist die Sprache des Dschungels.

2. Trage nie Krawatten im Dschungel. Krokodile wickeln ihre Eier gerne in Krawatten ein.

3. Ernähre dich nur von roten, aber nie von gelben Pflanzen.

4. Traue keinen Gorillas. Gorillas sind böse.

5. Einheimische sind Feinde. Sie glauben an bestialische Götter und rauchen zuviel Dschungelkraut.

 

Wer diese simpeln Regeln befolgt wird seinen persönliches Dschungelcamp ohne Probleme überstehen. Und Leute, die unbedingt an der RTL-Version des Dschungelalbtraums teilnehmen möchten, sollten ihr Eintrittsticket in einer Castingshow erwerben. Talentfreiheit ist hier besonders erwünscht.