Kultur | 05.02.2013

“Ich wäre fast vom Eifelturm gesprungen”

Text von David Schneider
«Bright November" Ist eine aufstrebende Berner Band, die unter anderem mit einem Auftritt am Gurten-Festival von sich reden machten.

Tink.ch: Ihr seid jung, ihr seid Berner und vor allem: Ihr seid eine Band. Von denen gibt es in Bern aber haufenweise. Was ist das Spezielle an “Bright November”?

Phillip Langenegger (Bassist): Wir haben unseren eigenen Stil erarbeitet, sind aber auch stetig daran, uns weiterzuentwickeln. Zu Beginn hatten wir ein breites Spektrum. Nun kristallisiert sich immer mehr heraus, in welche Richtung es gehen soll. Unsere Musik ist etwas komplizierter geworden, man muss teilweise zweimal hinhören.

 

Viele Bands arbeiten separat an ihren Songideen und tragen diese im Proberaum zusammen. Wie ist es bei euch, wie bringt ihr diese verschiedenen Vorlieben zusammen?

Pascal Berger (Gitarrist): Es stimmt schon, dass ein paar Lieder zu Hause entstehen und wir diese dann gemeinsam ausarbeiten und arrangieren. Aber ich bin ehrlich, wenn ich sage, dass unsere besten Songs durch das Jammen im Proberaum entstanden sind.

 

Ihr wollt euch nicht allein auf ein Musikgenre fixieren und lasst euch auch von verschiedenen Bands inspirieren. Wie würdet ihr persönlich eure Musik umschreiben?

Phillip: Wenn du von Indie-Rock redest, bist du nahe dran. Denn das ist ein breiter Begriff, bei dem fast alles dabei sei kann. Wir sind eher rockig, haben aber auch poppige Einflüsse und spielen ruhige Songs. In unserem Set hat es auch Platz für intime, gefühlsvolle Momente. Hauptsächlich wollen wir uns selbst sein, “Bright November” eben.

 

Letztes Jahr ging es nach eurem ersten Konzert am Emergenza Band Contest steil aufwärts und im Juli hattet ihr bereits einen Auftritt am Gurtenfestival. Was war das für ein Gefühl?

Pascal: Ich kann mich daran erinnern, dass ich damals in Paris auf dem Eifelturm war. Auf einmal rief mich unser Sänger Matthias an und sagte mir “Wir spielen dieses Jahr am Gurtenfestival”. In dem Moment bin ich schier ausgeflippt und wäre fast vom Turm gesprungen (lacht). Es war wirklich unerwartet, ich konnte es mir gar nicht vorstellen.

Phillip: Mir erging es ähnlich. Ich war damals im WK, musste am Sonntag Wache schieben und hatte Null Bock darauf. Und da erhalte ich völlig unerwartet ein Mail vom Veranstalter, ob wir Lust hätten auf dem Gurten zu spielen. Ab dem Moment war alles gerettet, der gesamte WK (lacht).