Gesellschaft | 22.01.2013

Vegane Sumos in Zürich

Jeweils von Montag bis Freitag entsteht in der Zürcher Bar Daniel H. ein kleines Restaurant namens Biosumo, das den Besucher mit veganen und biologischen Speisen lockt. Tink.ch begibt sich auf die Spuren von veganen Sumoringern.
Für Wagemutige: Gewöhnlicher Marktsalat mit einem Tomaten-Grapefruit-Dressing. Der Hauptgang: Vollreis, Karotten, Erbsen und Kohl mit Sonnenblumenkernen-Sauce. Ein nicht allzu pikantes Süppchen zur Vorspeise.
Bild: Martin Sigrist.

Der biologische Sumoringer ist bei Daniel H. zuhause. Besser gesagt, in der Bar, die den Namen des Besitzers trägt: Daniel H. Denn der Caterer Robin, der das Biosumo führt, leiht sich unter der Woche über Mittag vom Geschäftsinhaber das Lokal Daniel H. aus und bietet dort seine Speisen an. Robin selbst beschreibt es als „zwei Konzepte in einem Raum“. Daneben betreibt Robin noch andere Caterings.

 

Chreis Cheib

Im trendigen und alternativen Kreis 4 in Zürich befindet sich die Bar Daniel H., die schon von Best Of Swiss Gastro mit dem zweiten Platz ausgezeichnet wurde. Ihr Innenleben ist skurril und lässt kaum auf veganes Essen schliessen: Ausgestopfte Reh-und Hirschköpfe an den Wänden sowie Touristenkarten der Schweiz quer im Raum verteilt. Abends wird hier typisch schweizerisch gekocht und serviert. Der Kontrast zwischen vollwertigem Gemüse und den ausgestopften Tierköpfen sorgt für Spannung.

 

Interessante Kombinationen

Ausser am Tisch kann man auch an der Bar oder auf den gemütlichen Sofas Platz nehmen. Doch nur vom Tisch aus hat man eine wunderbare Aussicht auf die Strasse. Kaum hingesetzt kommt Robin und nennt uns das nicht ganz täglich wechselndes Tagesangebot. Heute sind es eine kalte Vorspeise, eine Suppe und ein Hauptgang. Weil alles so überschaubar ist, kann er auch gleich die Bestellung aufnehmen. An Getränken bietet die Auswahl einen Pfefferminz-Eistee, Smoothie, Matcha Grüntee und das übliche Programm von der Bar.

 

Im Essecken ist noch ein weiterer Zweiertisch besetzt. Weil Robin alleine ist, muss man sich ein bisschen gedulden. Doch dann kommt das Bestellte: Ein grüner Salat mit einem Grapefruit-Tomaten-Dressing und eine curryreiche Gemüsesuppe mit scharfem Öl. Beides ist köstlich, jedoch nicht jedermanns Geschmack. Beim Salat dämpft die Tomate den Grapefruitgeschmack, so dass er nicht allzu bitter ist. In der Suppe ist nicht so viel Chili-Öl, so dass man alles vermengen kann und es nur noch leicht pikant ist. Beides ist auch in kleiner Version erhältlich. Danach wird uns Grünkohl mit Karotten und Kichererbsen an einer Sonnenblumenkernen-Sauce und Vollreis gebracht. Der Kohl hat eine merkwürdig verwaschene Farbe und schmeckt nicht gerade allzu frisch. Auch hier ist Chili drin, was dem Essen eine feurige Würze verleiht. Die Teller hingegen sind kalt. Der Smoothie ist lecker, jedoch ohne definierbaren Geschmack und sehr dickflüssig.

 

Begeisterung hält sich in Grenzen

Alles in allem war das Essen gut, aber nicht herausragend. Sicherlich gesund, bio und vegan, doch im Endeffekt nicht ausreichend, um davon begeistert zu sein. Die Preise sind im Verhältnis zum Aufwand und Qualität sehr gut. Ein bisschen mehr als 15 Franken  muss man für einen vollgepackten Hauptgangteller hinlegen.

 

Allrounder

Robin selbst weiss gut Bescheid, ist aufmerksam und freundlich. Trotzdem ist der Biosumo nichts für Geschäftsleute, die schnell Essen wollen. Man sollte ein wenig Zeit in den Besuch investieren, was auch zur Stimmung im Lokal passt, in dem alles eben ein bisschen gemütlich scheint. Und vielleicht mag man bei einem Kaffee auf einer Couch neben einem fremden Hund in einer Zeitschrift schmökern.

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