Sport | 19.01.2013

Favoritensieg in der Königsdisziplin

Text von Flavia von Gunten | Bilder von Manuel Lopez
Herber Rückschlag für das Schweizer Team: In der Abfahrt konnten die Eidgenossen ihre starke Leistung vom Vortag nicht bestätigen. Christof Innerhofer feierte seinen ersten Triumph am Lauberhorn.
Die Abfahrt am Lauberhorn war eine grosse Entäuschung aus Schweizer Sicht.
Bild: Manuel Lopez

“Ich kann mir keinen schöneren Ort vorstellen, um einen solchen Erfolg zu feiern”, schwärmt ein überglücklicher Christof Innerhofer im Ziel. Dass ihm die längste Abfahrtsstrecke der Welt liegt, bewies der Südtiroler schon in der Kombinations-Abfahrt vom Freitag, welche er gewann. Bereits im Vorjahr machte der 28-jährige mit seinem dritten Platz auf sich aufmerksam. Das Podest vervollständigen der Österreicher Klaus Kröll auf dem zweiten Platz, gefolgt von Landsmann Hannes Reichelt.

 

Ratlose Gesichter

Während unsere östlichen und südlichen Nachbarn feiern, findet man im Schweizer Lager ausschliesslich hängende Köpfe. Patrick Küng, mit Platz 15 bestklassierter Schweizer, zeigt sich ratlos: “Ich brachte eine solide Fahrt ins Ziel. Auch an der Startnummer kann es nicht liegen. Ein früher Startplatz ist ideal.” In Erklärungsnotstand kommt auch Silvan Zurbriggen: “Meine Leistung war besser als gestern. Ich würde gerne wissen, weshalb ich so viel Zeit auf die Spitze verloren habe. Mit Rang 19 kann ich nicht zufrieden sein.”  Carlo Janka dagegen findet eine Begründung: “Ich hatte vom Start an ein schlechtes Gefühl. Dadurch fand ich meinen Rhythmus nicht. Anschliessend fuhr ich zu direkt aufs Tor und schied aus. Ich bin schwer enttäuscht.” Janka ist nicht der einzige prominente Pechvogel der heutigen Abfahrt. Mitfavorit Aksel Svindal aus Norwegen landete nach der ersten Zwischenzeit, bei der er vier Zehntel vor dem damaligen Führenden lag, in den Sicherheitsnetzen.

 

Die nächste Chance

Gelegenheit die Schlappe auszubügeln haben die Fahrer bereits in einer Woche. Mit Kitzbühel folgt gleich der nächste grosse Klassiker im Weltcupkalender. Bevor die Athleten aber die Streif hinunterdonnern, steht ihnen ein paar Tage zur Verfügung, die Fehler aus Wengen zu analysieren und sich zu erholen. Sieger Innerhofer hat derweil andere Pläne: “Ich freue mich darauf, endlich meine Freundin wieder zu sehen.”