Kultur | 16.01.2013

Erfolg aus Eigenproduktion scheint machbar

Text von Michael Küng | Bilder von Michael Küng
SRF wagt sich jeweils dienstags wieder einmal an eine eigene Serie: "Der Bestatter". Tink.ch hat die ersten Folgen gesehen. Sie haben durchaus eine Chance verdient.
Die neue SRF-Serie hat eine Chance verdient.
Bild: Michael Küng

Bestatter Luc (Mike Müller) der von seinem Vater das Beerdigungsinstitut Conrad übernommen hat, wird auf den Hühnerhof der Familie Suter geholt. Die Ehefrau liegt tot im Hühnerstall. Der Arzt der den Totenschein ausstellt, geht von einem tragischen Unfall aus. Auf Bestehen von Luc der als ehemaliger Polizist an ein Verbrechen glaubt, wird die Polizei herbeigerufen. Der Einsatz wird ausgerechnet von Lucs ehemaliger Freundin und Partnerin Anna-Maria (Barbara Terpoten) geleitet.

 

Mit Drehbuch-Edelfeder zum Erfolg

Die neue Serie wurde mit Spannung erwartet. Nach dem Scheitern von „Tag und Nacht“ und dem unglücklichen Ende von „Lüthi&Blanc“, dessen Darsteller sich lauthals gegen die Absetzung wehrten, braucht SRF wieder Erfolg aus eigener Produktion. Zudem ist „Der Bestatter“ die erste fiktive Serie unter der neuen Führung des fusionierten SRF. Als Entwickler der Serie, hat man sich mit Hartmut Block (bekannt von „Danny Lowinski“) einen erfahrenen Drehbuchautoren ausgesucht. Die Idee zur Bestatter-Serie stammt von Block, die Ausarbeitung hat er Dave Tucker überlassen.

 

Wieviele Elemente von der „Danny Lowinski“-Serie stecken in „Der Bestatter“? Der Humor von „Danny Lowinski“ findet sich zwar auch im neuen SRF-Krimi, jedoch viel dezenter. Die Serie orientiert sich viel mehr am „Tatort“. Sie ist handwerklich gut gemacht, und nicht wie etwa die Serie „Hunkeler“ im Vergleich zu ausländischen Produkten schlecht ausgeleuchtet. Auch die Drehbücher sind gut geschrieben, erst beim zweiten Hinsehen entdeckt man einige Schwachpunkte. So bleibt die „private Beziehung“ von Luc und Anna-Maria in der Serie lange nur im Hintergrund und die Möglichkeiten der privaten Auseinandersetzungen werden nur zum Teil ausgeschöpft.

 

Zu kurz, um wirklich gut zu sein

Als Schwachpunkt erweist sich jedoch deutlich die Tatsache, dass nur vier Folgen geordert worden sind, die deutschen Serien haben in der Regel 13 Folgen, bei den amerikanischen Serien können es bis zu 25 Episoden sein. In nur vier Folgen hat der rote Faden um Lucs Freistellung bei der Polizei, kaum Zeit sich zu entfalten.

 

Wer soll die Serie sehen?

Die Serie ist klar auf älteres Publikum zugeschnitten. Im Hintergrund läuft klassische Musik, was jüngere Zuschauer abschrecken dürfte. Zudem läuft sie auf dem Krimi-Sendeplatz am Dienstagabend, welcher ebenfalls eher das ältere Publikum anspricht. Ich wünsche mir von der Serie eine zweite Staffel. Doch wenngleich die ersten Kritiken positiv sind, ist Vorsicht geboten. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Serie in den Medien hochgejubelt wurde, um anschliessend beim Publikum und der Quotenmessung durchzufallen.