Kultur | 29.01.2013

“Alt, langweilig und höflich”

Text von Matthias Käser | Bilder von Matthias Käser
Warum betrunken Musik machen trotzdem zu Erfolg führen kann, erzählen Daniel und Joakim dem Tink.ch Reporter Matthias Käser. Aber nicht nur das...
Joakim (l.) und Daniel (r.) sind wieder auf Schweizer Tournee. Die beiden Gründer der Band Friska Viljor.
Bild: Matthias Käser

Friska Viljor ist eine Band, die vor über acht Jahren im Suff gegründet wurde. Mittlerweilen sind die beiden Gründerväter Daniel Johansson und Joakim Sveningsson erwachsener geworden. Ihre Energie auf der Bühne  färbt sich an Konzerten schnell aufs Publikum ab.

 

Bevor die Band wieder auf Schweizer Tournee geht, traf Tink.ch sie in einer Spelunke in Zürich.

 

Tink.ch: Warum ist kein Bier auf dem Tisch?

Daniel: Es ist zu früh für Bier (lacht)

 

Inwiefern hat sich die Einstellung zu Alkohol geändert?

Joakim: Wir haben uns einmal geschworen, niemals wieder nüchtern ins Studio zu gehen. Doch das war früher. Zu dieser Zeit fühlte es sich richtig und gut an. Seitdem hat sich vieles verändert. Heute wäre es uns nicht möglich, Zeit mit der Familie zu verbringen, wenn wir dauernd betrunken wären. Dieser Teil unseres Lebens hat sich verändert.

 

Das impliziert, wenn ihr auf Tour seid, lässt ihr eure Hemmungen zu Hause?

Joakim: Ich habe von diesem Gerücht gehört. Was aber auf Tour passiert, bleibt auf der Tour (lacht).

Daniel: Wir nehmen unsere Familie manchmal mit auf Tour. Mein ältester Sohn war fast überall mit dabei.

 

Will dein ältester Sohn nun auch Musiker werden?

Daniel: Manchmal sagt er das. Allerdings sähe ich ihn viel lieber als erfolgreichen Geschäftsmann. Aber die Kinder werden selbst entscheiden.

 

Die Songs sind bedachter und gehen mehr in die Tiefe als früher. Ist das euer Ziel?

Joakim: Das erste Album war sehr schnell entstanden. Einfach eingespielt und fertig war’s. Heute arbeiten wir intensiver an den Songs. Aber es gibt immer noch Songs wie “Flageoletten” auf dem neuen Album.

Daniel: Vielleicht liegt es auch daran, dass wir jetzt die Aufnahmen nüchtern machen.

 

Wo entstehen eure Songs?

Daniel: Wir sollten mal Backstage versuchen Songs zu machen. Aber meistens ist es zu Hause. Dann tragen wir Ideen zusammen und arbeiten konzentriert daran. Aber es muss nicht immer kompliziert sein. Manchmal ist der einfachste Weg auch der beste.

 

Der Song “Boom Boom” schlägt eine neue Stilrichtung ein, wie entstand er?

Joakim: Der Song entstand bereits im Jahr 2007 in verschiedenen Versionen.

Daniel: Wir wussten lange nicht, wie man diesen Song interessant rüberbringen konnte.

Jetzt mit den Synthetisysern kommt er richtig dramatisch daher.

 

Welches ist euer liebster Song aus dem aktuellen Album?

Daniel: Ich mag “Flageoletten” sehr. Aber jeder Song ist in seiner Art gut.

Joakim: Wir mögen jeden Song. Bei diesem Album können wir wirklich sagen, dass jeder Song gelungen ist.

 

Was wollt ihr mit euren Konzerten bewirken?

Joakim: Wir wollen die traurigen Leute fröhlich stimmen und die Glücklichen noch glücklicher machen

 

Einen Abschlusssatz, der euch treffend beschreibt?

Daniel: Alt, langweilig und höflich (lacht).