Kultur | 05.12.2012

Die Geburtstagsparty der Extraklasse

Text von Vivienne Kuster | Bilder von Valérie Hug
Die Oya feiert Geburtstag und als kleines Geschenk legte FM Belfast auf dem Nachhauseweg von Bern einen Boxenstopp in St. Gallen ein. Sie begeisterten, obwohl das St. Galler Volk in vollkommen anderer Erwartung hergekommen ist.
Der Andrang in die Oya war gross -“ bis zu 20 Minuten Wartezeit vor dem Eintritt. Eine tolle Leistung der Jungs von Belfast FM hinter dem Mischpult. Jeder gespielte Song hatte eine Eigenheit des DJ-Gespanns, spontan suchten sich die DJs die nächsten Tracks zusammen. Den ganzen Abend zu Spässen aufgelegt und überhaupt nicht kamerascheu: Die Jungs von Belfast FM. Und vor der Tür auch nach einer Stunde noch immer grosser Andrang in die Oya-Bar immer noch gross.
Bild: Valérie Hug

Die Warteschlange vor der Oya ist lang. 20 Minuten beträgt die durchschnittliche und noch dazu eisige Wartezeit und es wird an diesem Abend nicht die einzige gewesen sein. Der kleine aber feine Klub im Untergeschoss der Oya füllt sich immer mehr und das angesammelte Hippster-Völkchen tanzt bereits jetzt schon im Takt zur Hintergrundmusik. Die Stimmung passt und alle warten nun mit gewissen Erwartungen auf den Hauptact des Abends. Und dann schleichen die beiden Jungs vom FM Belfast DJ Set auf die Bühne.

 

Spontan und Hautnah

Die beiden jungen Herren mit Fliege um den Hals und Hosenträger über den Schultern zücken ihre gute alte CD-Tasche und beginnen aufzulegen. Sie haben keine einstudierte Musikliste, sondern entscheiden ziemlich spontan, welcher Song als nächstes gespielt werden soll. Die vorderste Reihe kann ihnen hautnah zusehen, wie die beiden synchron zu den aufgelegten Beats und Songs um die Wette tanzen. Wer FM Belfast kennt, weiss, dass sie die Gabe besitzen bereits mit ihrer Ausstrahlung und Bühnenpräsenz zu überzeugen. Schon zu Beginn sieht man aber eine Irritation des Publikums. Der erste Song ist nämlich so gar nicht im FM Belfast-Stil. Anstatt Elektro-Pop lassen sie Damen und Herren in der Oya zu Funk tanzen. Das Publikum gewöhnt sich schnell an die unerwartete Musik und die Partystimmung steigt mit der Temperatur und der leichte Geruch nach Schweiss macht sich breit. Auch die Herren am Mischpult haben ihren Spass. Sie agieren mit dem Publikum und als dann endlich der Hit „Underwear“ durch die Boxen huscht, singen sie sogar lauthals mit. Je später der Abend desto mehr fliegen die Fliegen, die nun nur noch um ihre Hälse baumeln.

 

Falsche Erwartungen

Das DJ-Set von FM Belfast hat seine Qualitäten bewiesen, auch wenn sich die Zuschauer etwas mehr Songs der Band gewünscht hätten. „Ich habe mich so sehr gefreut, dass eine Band wie FM Belfast endlich nach St.Gallen kommt. Und obwohl ich gewusst habe, dass sie nur als DJ-Set auftreten hätte ich mir mehr Songs von ihnen gewünscht“, meinte ein Besucher. Eine andere St.Gallerin meinte: „Ich kam mit gewissen Erwartungen her, welche ich während des Abends über den Haufen werfen konnte. Dafür erfüllten sie Erwartungen, von denen ich nicht mal gewusst habe, dass sie existieren. Mich haben sie total überzeugt!“

 

Unkonventionelle DJs, die überzeugen

Die beiden DJs haben gezeigt, dass sie sich nicht durch einen Musikstil auszeichnen sondern durch den gelungen Mix verschiedener Stile. Sie haben das mit Bravour geschafft, woran sich viele DJs nicht herantrauen. Sie mischen Funk mit Beatles, African Stil mit Elektro und Hip Hop mit Pop, ohne dass es lächerlich erscheint.