Politik | 21.11.2012

Wer gewährt die Sicherheit an der Jugendsession?

Text von Mazlum Toprak | Bilder von Manuel Lopez.
An einer Jugendsession debattieren Jugendliche nicht nur, sondern übernehmen zum Teil die Aufgaben der Sicherheitsleute des Bundeshauses. Die Helfer der Jugendsession sorgen mit für die Sicherheit während der Session.
Für die Sicherheit verantwortlich: Hanna Keller im Einsatz.
Bild: Manuel Lopez.

Im Bundeshaus Bern herrscht eine Stimmung wie am Flughafen. Kontrolle um Kontrolle und irgendwann gelangt man schliesslich ans Ziel. Nach dem Attentat in Zug vor elf Jahren im Parlamentsgebäude haben sich die Berner vorgenommen, den Parlamentariern einen besseren Schutz zu gewähren. Vom Verwaltungsrat bis zum Bundesrat – keiner erhält Zutritt, ohne dass er die neuen Glastüren passiert. Allerdings wird dazu ein neuer elektronischer Ausweis benötigt. Zusätzlich werden die Parlamentarier auf Metallgegenstände geprüft. Zuvor waren einfache Passkontrollen die Regel. Da könnten natürlich allerlei Leute antraben um ihr Glück zu versuchen.

 

Jugendliche kontrollieren Jugendliche

Wie verhält es sich aber nun, wenn die Jugendlichen das Zepter übernehmen und slber für ein Wochenende im Parlament für die Sicherheit sorgen?

 

An der jährlichen Jugendsession in Bern sind nebst dem hauseigenen Sicherheitspersonal auch Sicherheitsleute vom Organisationsteam der Jugendsession dabei. Die freiwilligen Helfer und Helferinnen werden von der 23 jährigen Hanna Keller geführt. Die Anwaltsassistentin ist regelmässig an den Jugendsessionen dabei und seit zwei Jahren wirkt sie auch im OK aktiv mit.

 

Die Eingangskontrollen und Ausgangskontrollen gehören zu den Hauptaufgaben der jugendlichen Sicherheitsleute. Es darf niemand das Bundeshaus verlassen, ohne dass er „ausgecheckt“ hat. Nach erfolgreichem Passieren der Metalldedektoren wird man von zwei Mitarbeitern der Jugendsession geprüft. Die Personalausweise werden dafür eingescannt.

 

Der heilige Teppich

Nach der Neusanierung des Bundeshauses im Jahre 2011 wurden die Regeln für den Veranstalter der Session strenger. Man darf nur noch beim Eingang essen und trinken, nicht im Bundeshaus herumgeistern, keine Banner mehr aufziehen und vor allem: Nicht auf dem Teppich in der Eingangshalle herumtrödeln. Der Teppich ist dem Bund sehr wichtig. Aus die-sem Grunde sollte der äusserst wertvolle Teppich im besten Falle nicht beschmutzt werden.

 

So geschah es, dass die Sicherheitsleute sich höchste Mühe machten, Leute vom Teppich wegzuschicken, welche es auch nur wagten, mit dem Mittagessen auf dem Teppich zu flanie-ren. „Wenn jemand etwas auf dem Teppich ausleeren würde, dann würde die betroffene Person zunächst ein riesiges Problem mit mir kriegen. Natürlich nur, wenn es etwas Schwerwiegendes ist“, äussert sich Hanna und fordert somit indirekt die Leute auf, Sorge zu tragen.

 

Bundeshaus oder Jugendsession?

Die beiden Sicherheitsorganisationen harmonieren zusammen grundsätzlich sehr gut. Wer von den beiden hat im Bundeshaus aber nun das Sagen? Natürlich hat das Personal des Bundeshauses immer noch die Hauptverantwortung. Wer die Sicherheitskontrolle passieren darf, entscheiden sie. Aber ohne das Team der Jugendsession müsste der Bund das Personal aufstocken, was finanzielle Konsequenzen auch für die Organisatoren zur Folge hätte.

 

Ein weiterer Vorteil des organisationseigenen Sicherheitsteams besteht darin, dass niemand die Jugendlichen besser kennt als Jugendliche sich selber. Diese Tatsache trägt dazu bei, dass die Kommunikation zwischen Security und den Teilnehmenden gut funktioniert, alle einen unbeschwerten Debattiertag erleben können und sich auch niemand ins Bundesratszimmer verirrt.