Kultur | 13.11.2012

Von den eigenen Revolutionen

Erik Truffaz ergänzt mit "El tiempo de la revolución" sein Werk und der Altmeister an der Trompete schürt ein weiteres Mal sein Talent in Songs und reiht sie wie Perlen aneinander auf ein Album, das manchmal sanft klingt als ob die Herbstblätter gerade vom Baum fallen und dann wieder funkig wie ein Tanz auf Schlittschuhen.
Der Mann und seine Trompete.
Bild: Emi France (Benoit Peverelli)

Die Nummerngirls tragen stolz die Zahlen: 18, 13, 52. Ersteres sind die Jahre, die ins Land gingen, seit Erik Truffaz sein Debut “Nina Valéria” veröffentlichte. Das zweite präsentiert die Menge an Alben, die mit der neuesten Platte erreicht ist. Und Mädel Nr. 3 möchte man die Zahl am liebsten aus der Hand reissen und “Unmöglich!” schreien. Denn Erik Truffaz steht auch mit über 50 wie ein Jungspund auf der Bühne, steckt voller Ideen und Leidenschaft für sein Trompetenspiel. Wie bei der letzten Platte “In Between”,  auf der Sophie Hunger ein Gastspiel abhielt, nahm sich Erik Truffaz wiederum einen aufstrebenden Stern am Singer- und Songwriterhimmel hinzu. Anna Aaron aus Basel zaubert auf drei Tracks eine träumerische Untermalung. Besonders in “Blue Movie” zeigt Aaron wie ihre Stimme den Bogen zwischen Pop und einem psychedelischen Traum spannt und sich in Truffaz Spiel einbettet.

 

Meditative Ebene

“El tiempo de la revolución” erzählt keine politische Geschichte. Es geht um das Leben eines Einzelnen und dessen sukzessive Revolutionen; die Geburt, die Liebe, der Tod. Und um den Kampf für die Kunst eine gerechtere Welt zu schaffen. Wer seit fast 20 Jahren CDs produziert, weiss um diesen Markt zu kämpfen: “Die Musik erlaubt uns eine Verbindung zwischen dem Himmel und der Erde zu schmieden”, sagt Truffaz . Und es ist wahrlich eine andere Ebene in die man beim Lauschen dieses Albums gleitet. Zum Beispiel eine meditative wie bei “Un souffle qui passe”, aus der man spätestens in Minute zehn beim letzten Track “Revolution of Time” erwacht, wenn dieser Song erst nach fünf Minuten zu Ende zu sein scheint, bis dann doch noch eine Mini-Countryeinlage und ein mehrstimmiges “Hey-hey-hey” ertönt. Gleichermassen ein dreifaches Hoch auf dieses gelungene Album.

 

 

Nächstes Konzert in der Schweiz


Erik Truffaz wird am 09. April 2013 am Cully Jazz Festival nahe Lausanne auftreten.