Politik | 16.11.2012

Jugendliche reden Klartext

Text von Miriam Hetzel | Bilder von Manuel Lopez
«Jetzt reden wir!« So lautet das Motto der 21. Jugendsession. 200 Jugendliche aus der ganzen Schweiz treffen sich um gemeinsam politische Themen zu behandeln. Aus den Diskussionen der Teilnehmenden sollen Denkanstösse hervorgehen, welche die Politiker in Bundesbern auf jugendrelevante Themen aufmerksam machen. Die Politikerinnen und Politiker sollen die Stimme des Nachwuchses vernehmen.
Christos Glaros an der Eröffnungsrede in Zürich.
Bild: Manuel Lopez

65 Jugendliche haben sich in Zürich eingefunden. Die Stimmung in der Aula schwankt zwischen Spannung und Vorfreude. Die Teilnehmenden erwarten vier spannende Tage des Politisierens und Beratens. In den nächsten zwei Tagen werden sie in Gruppen die Themen  demografische Alterung, Internetfreiheit und Urheberrecht, bedingungsloses Grundeinkommen sowie Leistungsgesellschaft und Gesundheit bearbeiten. Das Ziel jeder Gruppe ist es, eine Problemlösung zu formulieren.

 

Weitere 135 Jugendliche treffen sich in den Regionen Freiburg und Bellinzona. Alle 200 Teilnehmenden reisen am Freitagnachmittag nach Bern ins Bundeshaus. Im Gepäck haben sie die ausgearbeiteten Lösungsvorschläge in Form von Petitionen, Statements und Projektideen.

 

«Jetzt seid ihr gefragt, jetzt habt ihr das Wort!«, Mit diesem Appell an die Jugendlichen eröffnet Christos Glaros stellvertretend für das OK-Team die Jugendsession 2012 in Zürich. Ein Aufruf sich zu engagieren und sich  für die eigene Zukunft politisch einzusetzen. Christos hebt aber auch ganz deutlich hervor, dass Jugendsession nicht nur eine Plattform ist um sich mit anderen politikinteressierten Jugendlich auszutauschen.  Sie ist auch eine Gelegenheit  neue Erfahrungen zu gewinnen, andere Jugendliche aus der ganzen Schweiz kennen zu lernen und Spass zu haben.

 

Alle sind Politikerinnen und Politiker

Der 25-jährige Zürcher Kantonsrat Davide Loss teilt in einer kurzen Rede seine Erlebnisse als junger Politiker mit den Teilnehmenden. Anekdoten zu seinem Einstieg in die Politik und den Umgang mit «angegrauten« Ratsherren lockern die Stimmung im Saal. Davide betont wie wichtig Politik für jeden einzelnen ist, da alle Bürger und Bürgerinnen einer Demokratie davon betroffen sind. Alle können unsere Gesellschaft politisch mitgestalten und jede Stimme zählt.

 

«Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird!«, sagt Loss und versucht so, den Teilnehmenden die Angst von der Politik zu nehmen.  Als Ratschlag für ihr weiteres politisches Engagement rät Loss den Jungpolitikern, dass man nicht zu allem eine Meinung haben müsse. «Setzt euch für das ein, was euch interessiert und am Herzen liegt.« Er meint, dass es von Vorteil ist schon als  Jugendlicher einer Partei beizutreten. Zwar brauche es Mut, Mitglied einer Partei zu werden. Doch eine Partei biete Rückhalt und einen politisch roten Faden, nach dem man sich richten könne. Mit diesem Anliegen verabschiedet er die Teilnehmenden in die diesjährige Jugendsession. Die Jugendliche haben nun lange genug zugehört, sie wollen selbst politisieren und diskutieren bis die Köpfe rauchen. Stühle werden zurückgeschoben, Gruppenleiter gesucht und andere Teilnehmer begrüsst. Die Jugendsession hat begonnen.