Kultur | 28.11.2012

Eine Insel im St.Galler “Bar-Ozean”

Text von Vivienne Kuster | Bilder von Vivienne Kuster
Seit bald einem Jahr ist sie in St.Gallen zu Hause: Die Oya-Bar. Alle, die der Norwegischen Sprache mächtig sind wissen, Oya bedeutet Insel. Und alle, die sich einmal von dem Lokal bezaubern liessen, wissen nun auch, dass die Oya-Bar ihrem Namen alle Ehre macht.
Gemütliches Ambiente mit Sofas und Schwedenofen: Die einjährige Bar ist durchaus einladend. Das Oya ist ein Lokal ganz im nordischen Stil. Oya Klub: Der Ort für alternative Konzerte.
Bild: Vivienne Kuster

Sie versprüht eine charmante Stimmung, sie verzaubert die Besucher und sie strahlt Wärme aus, auch wenn der Schwedenofen ausserhalb der kalten Jahreszeit nicht an einem Holzstück knabbert. Ob Winter oder Sommer, die Oya-Bar wiederspiegelt das typische Skandinavien. Christof Huber und Marc Frischknecht, die Gründer und kreativen “Erfinder” der Oya, wollten mit ihrem Konzept eine Nische füllen: “In St.Gallen hat uns so etwas wie die Oya gefehlt. Wir wollten ein Café eröffnen, das gemütlich, einfach aber trotzdem urban ist und vor allem ein Lokal, hinter welchem ein Konzept steht.” Die beiden wollten St.Gallen nicht einfach nur um eine “Kneipe” erweitern, sondern etwas schaffen, das es so noch nicht gab. Die OYA scheint ein Szenelokal zu sein, dessen Publikum aber so vielfältig und individuell ist, dass sich die Szene nicht an einem Kleider- oder Musikstil festmachen lässt.

 

Skandinavische Musik hatte Vorrang

Der rote Faden des Konzepts ist auch klar ersichtlich: Skandinavien – “zumal St.Gallen die kälteste Stadt der Ostschweiz ist”, wie die Betreiber erklären. Von der Getränkekarte über die Musik und die Einrichtung – durch und durch fühle ich mich, als ob ich ein Wochenendtrip in den Norden gebucht hätte. Dazu kommt, dass die St.Galler Insel nicht nur ein Café beherbergt, sondern auch einen Klub im Untergeschoss, welcher Marcs Vorliebe zur nordischen Musik eine Plattform bietet: “Der Klub ermöglicht mir auch, Skandinavische Musiker nach St.Gallen zu holen. Diese sind hier nämlich viel zu selten vertreten.”

 

Obschon oder gerade wegen ihrer gastronomischen Unerfahrenheit, welche die Schöpfer der Insel teilen, wurden sie zu Beginn in ihrer Idee bestätigt. “Wir sind stille Macher im Hintergrund und versuchen mit viel Engagement unser Ziel umzusetzen”. Das hat wohl auch der Besitzer der Immobilie erkannt und ihnen deswegen – trotz des grossen Interesse vieler erfahrener Gastronomen an der Pachtschaft – den Zuschlag erteilt.

 

Niedrige Besucherzahlen im Sommer

Die zweite Bestätigung brachte die Eröffnung mit sich. “Wir wurden förmlich überrannt. Die Besucher mussten sich lange in der Kälte gedulden, bis sie sich einen Platz ergattern konnten.” Es scheint als ob das Konzept vollständig aufgegangen sei und die St.Galler richtig auf die Oya gewartet hätten. Doch nach ihrem Höhenflug in der Anlaufphase landeten die Initianten wieder auf dem Boden der Tatsachen. Das Sommerloch und die damit sinkenden Besucherzahlen drangen bis zur Insel durch. Die Betreiber demotivierte das aber in keiner Weise, sondern wies sie lediglich auf die Schattenseiten der Gastronomie hin. Mittlerweile erreicht das Besuchermeter nämlich wieder sehr warme Temperaturen und das lässt positiv in die Zukunft schauen. Christoph und Marc möchten den Bekanntheitsgrad der Oya erhöhen: “Sie soll kein Geheimtipp mehr bleiben. Es soll selbstverständlich werden, die Oya in St.Gallen zu kennen, wenn zum Beispiel nach dem Weg gefragt wird.”

 

Bier trübt Umweltbilanz

Eine Wegbeschreibung benötigt das schwedische, norwegische, finnische oder dänische Bier zwar nicht, doch bis zur Ankunft in St.Gallen hat es doch einige Kilometer auf dem Buckel. Das lässt natürlich keine überragend positive Umweltbilanz ziehen, auch wenn diese importierten Biere ein Geschmackserlebnis sind.

 

Zum Geburtstag ein Geschenk

Und bald ist es so weit – das erste überstandene Jahr darf gefeiert werden. Am ersten Dezember findet eine richtige Sause statt und als kleines Geschenk haben sich die Betreiber eine ganz besondere Band aus dem Norden geholt: FM Belfast erweist der Oya die Ehre und beglückt die Geburtstagsgäste mit einem Ständchen. Der Eintritt ist frei – das ist gleich ein zweites Geschenk der Oya an ihre treuen Gäste. Die Oya macht ihren Gästen also ein richtiges Geburtstagsgeschenk.

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