Gesellschaft | 21.10.2012

Twitter und Co. für Journalisten

Text von Miriam Kalunder | Bilder von Manuel Lopez
Soziale Medien sind gerade der jüngeren Generation sehr vertraut. Aber wie kann man Social Media als Journalist optimal nutzen? Konrad Weber und Julian Schmidli brachten es engagierten Teilnehmern der Jugendmedientage im Workshop "Online" bei.
Bild: Manuel Lopez

Gerade bei Twitter stellt sich Journalisten immer wieder die Frage nach der Echtheit von Profilen in sozialen Netzwerken. Das Twitterprofil @ChrMoergeli gehört dem echten Nationalrat Mörgeli, das Profil @real_moergeli nicht unbedingt. Das erschliesst sich dem Journalisten beispielsweise bei einem Besuch auf Mörgelis Homepage oder der Website der Parlamentsdienste. Auch Zahl und Art der Follower, die Tweets selber oder Bilder können Hinweise auf die Authentizität geben.

 

Wie verifiziert ein Journalist aber Bilder und Videos aus dem Internet? Konrad und Julian zeigten den Teilnehmern einige Tricks. So können Bilder beispielsweise auf ihre Metadaten hin untersucht werden. Wer digitale Bilder schiesst, der verewigt Zeit, Datum und teilweise sogar den Ort in der Bilddatei. Wer den Standort kennt, kann bei Bildern und Videos über Google Maps und Google Street View die Angaben prüfen.

 

Doch zurück zu Twitter. Konrad und Julian sind sich einig, dass man die wichtigsten Funktionen wie den Retweet, Hashtags und Mentions beherrschen sollte. Listen seien für gewisse Themengebiete ebenfalls von grossem Nutzen. Geschlossene Listen im Speziellen seien bei Recherchen von Vorteilen, die nicht sofort offensichtlich sein sollen. Auch sollten die Filterfunktionen bei der Suche benutzt werden. Beim Attentat von Breivik filterte Konrad beispielsweise nach Tweets in der Originalsprache, um die vielen Gerüchte auszuschliessen. “Leader” in sozialen Netzwerken spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Mit einem Retweet von einem solchen Leader kann ein Anliegen sehr rasch in der Community verbreitet werden.

 

Bei den jungen Journalisten kommt der Workshop gut an. Teilnehmer Hannes findet den Workshop sehr lehrreich. Es sei genau das, was er später einmal machen möchte. Den Einblick von erfahrenen Experten, die man in ungezwungener Atmosphäre an den Jugendmedientagen befragen kann, schätzt er besonders. Sharon findet die Einführung ins Erstellen von Infografiken interessant. Aus trockenen Datenmengen ergäbe sich plötzlich ein spannendes Thema für einen Artikel. Zu lernen, wie man Inhalte verifiziert, sei für sie ausserdem hilfreich.