Kultur | 25.09.2012

Voller Freude und mit Vater

Text von Veronika Henschel | Bilder von Carina Aerni
Sanfter Soul, manchmal gemixt mit ein wenig Pop oder Jazz: Das ist der niederländische Sänger Alain Clark. Zusammen mit dem schweizerischen 21st Century Orchestra begeisterte er am vergangenem Mittwoch eine ausverkaufte Konzerthalle in Luzern.
Keine leichte Aufgabe, das Publikum im KKL zu begeistern. Gegen Ende von Clarks Auftritt, gelang es dem Niederländer aber doch noch, dem Publikum einige Töne zu entlocken. Alain Clark verzauberte das Publikum zusammen mit dem 90-köpfigen 21st Century Orchestra. Lokalmatadorin Caroline Chevin flirtete mit Alain während dem Duett "What You See Is What You Get" ... ... und wurde von dem Überraschungauftritt des Abends abgelöst: Vater Dane Clark regte mit dem Hit "Father And Friend" das Publikum das erste Mal zum Mitsummen an.
Bild: Carina Aerni

Schon beim ersten Lied klatschen die Besucher im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) im Takt mit. Zum Singen kann der junge und vor Freude sprudelnde Musiker Zuhörer noch nicht bewegen, aber das tut seiner Motivation keinen Abbruch. „Ich bi sehr dankbar, dass ich hüt dörf do sii“, begrüsst Alain Clark in niederländischem Schweizerdeutsch. Man kann förmlich sehen, wie ihm zahlreiche Sympathiepunkte zufliegen.

 

Steife Besucher

Es folgt ein abwechslungsreicher Abend mit viel Gelächter, viel Gefühl und gern gehörten Tönen. Das 21st Century Symphony Orchestra unterstreicht die Balladen mit sanften Streichern und peppt die Soulstücke mit Saxophon, Percussion und vielen anderen Instrumenten auf. Die Freude aller Musiker ist deutlich sichtbar, auch Clarks beide Backgroundsänger und der Dirigent Ludwig Wicki sind begeistert bei der Sache. Das Publikum hat zwar sichtlich Spass, bleibt den ganzen Abend über trotzdem eher passiv. Das dürfte unter anderem am hohen Altersdurchschnitt und dem edlen Konzertort gelegen haben. Sitzende Hörer sind eben schwieriger vom Hocker zu reissen als stehende.

 

Zwei Überraschungsgäste

Die zweite Hälfte des Konzerts beginnt eindrucksvoll mit einem Orgelstück. Die Luft scheint jedoch draussen zu sein, die Sänger wirken müde. Doch dann kommt Überraschung Nummer eins: Die Schweizer Sängerin Caroline Chevin ist zu Gast und gibt mit Alain Clark ihr Duett „What you see is what you get“ zum Besten. Das Publikum ist begeistert. Noch grösserer Applaus folgt, als beim Lied „Father and Friend“, einer Hommage des Sohnes an seinen Vater, Alains Papa als Überraschung Nummer zwei die Bühne betritt. Auch sie singen ein wunderschönes und emotionales Duett. Ganz zum Schluss schafft es der Musiker mit seinem optimistischen Texten doch noch das scheinbar Unmögliche: Das ganze KKL singt. Und verschafft Alain Clark damit ein „unvergessliches Erlebnis“, das er mit zahlreichen Dankesworten schliesst.