Kultur | 26.09.2012

Vielseitig bis hin zur Ananas aus Plastik

Text von Jesssica Hefti
The Temper Trap spielten im Zürcher Komplex 457. Es gab keine Garderobe für die schon notwendigen Winterkleider und so standen die zurückhaltenden Züricher in Jacken um ihre Handtaschen. Aber wenigstens geklatscht wurde viel.
Frontman Dougy Mandagi bedankt sich beim Publikum. The Temper Trap live im Komplex 457.

Angeblich  gab es aus Spargründen keine Garderobe. Irritierte Mädchen liefen von A nach B mit grossen Handtaschen, Jungs in Daunenjacken standen verloren im Saal. Beim Start der Show versammelten sich alle vor der Bühne. Das Konzert begann fulminant mit einer Lichtshow und dem Auftritt der fünf Australier. Sänger Dougy Mandagi ganz in Weiss; die Falten im Hemd verrieten den Koffer, mit dem er aktuell durch Europa unterwegs ist. Heute Hamburg, morgen Kopenhagen, eine Woche später Dublin und London –  bevor es Mitte Oktober auf US-Tour geht und im November auf Heimbühnen in Australien gespielt wird.

 

Keine 0815 Band

Was da auf der Bühne stand, ist weit mehr als eine simpel gestrickte Boyband. Die fünf Australier sind Musiker mit Herzblut. Sie alle können mehrere Instrumente. Sänger Dougy singt, spielt Gitarre oder gibt auf der Trommel den Takt an. Und auch Joseph Greer, der als letztes 2008 zur Band stiess, spielt Keyboard, mal Gitarre, ist Background-Sänger oder trägt mit einer rasselnden Ananas aus Plastik zur Perkussion bei.

Auf der Setliste standen viele Songs aus dem Album “Conditions”. Zum Beispiel das herzerwärmende und mit viel Leidenschaft gesungene “Fader”, der tanzbare “Drum Song”, zu welchem Dougy Wasser auf die Trommel leerte und das Publikum zum Wasserspiel einen Schrei der Begeisterung losliess. Als Zugabe gab es auch ihren Hit “Sweet Dispositions”, den viele aus dem Film “(500) Days of Summer” kannten und mitsingen konnten.

 

The Temper Trap hautnah

Jedes Bandmitglied war in seinem Element, wippte, klatschte und tanzte. Und kurz nachdem sie Bühne verliessen, tauchten sie am rasch leergekauften Merchandising-Stand auf und liessen sich mit ihren Fans fotografieren. Wo vorher noch tanzender Bewegungsmangel herrschte, zuckten auf einmal schnell die Arme und die Smartphones blintzten um die Wette.