Kultur | 04.09.2012

Spiel der Schatten

Text von Veronika Henschel | Bilder von Raoul Pellaton
Eineinhalb Stunden lang schweben die Tanzenden über die Bühne, mal vor, mal hinter einer Leinwand. Sie begeistern durch Harmonie, Beweglichkeit und Kraft - und alles mit einer Leichtigkeit und so eingespielt, als hätten sie ihr ganzes Leben lang nichts anderes getan. Pilobolus ist der Name dieser Tanzgruppe, sie stammt aus New York und wurde in Europa im April 2011 durch die Fernsehsendung "Wetten, dass..." bekannt. Seither touren sie mit restlos ausverkauften Shows durch die Welt.
Shadowland ist in Basel angekommen. Die Tänzer geben vollen Einsatz nicht nur hinter der Schattenleinwand. Pilobolus dankt dem Premièrenpublikum ... ... mit einem "Merci Basel". Die Première war restlos ausverkauft, das Publikum begeistert.
Bild: Raoul Pellaton

Ein Kleidchen hängt auf der Bühne, man sieht Scheinwerfer, zwei Leinwände und einige weitere Requisiten. Ansonsten ist die Bühne leer. Der Saal des Musical Theaters Basel ist voll an der Premiere von “Shadowland”. Alle sitzen gespannt auf ihren Plätzen. Dann geht das Licht aus und Musik erklingt. Neun Tänzer und Tänzerinnen kommen auf die Bühne, nehmen zwischen Drehungen, Hebefiguren und akrobatischen Kunststücken das Kleidchen von seiner Büste und schon hat es eine von ihnen an. Der Auftakt eines unglaublichen Spektakels.

 

Geschichten aus der Schattenwelt

“Shadowland” heisst die Show – Schattenland. Verschwinden die Darsteller hinter der Leinwand, verwandeln sie sich zu Menschenknäueln, die als verschiedenste Schatten für den Zuschauer auf der Leinwand zu sehen sind: Tiere, Landschaften, fahrende Autos, Blumen, Zentauren, Köche. Das Publikum wird in eine andere Welt entführt, in einen Traum eines Mädchens, das in einen Hund verwandelt wird. Für die Geschichte verantwortlich ist Kinderbuch- und SpongeBob-Autor Steven Banks, die Musik, die das Geschehen stets passend umrahmt, lieferte der amerikanische Filmkomponist David Poe.

 

Harmonie und Humor

“Es war einfach so harmonisch!”, meint ein Zuschauer nach der Vorstellung. Harmonisch und humorvoll: Der “Abspann”, natürlich aus getanzten Schattenbildern bestehend, beinhaltete abschliessend eine Hommage an die Stadt Basel, als Soundtrack sang Bligg “Fahr e Mal”. Nach einem schattigen “Merci Basel”, unzähligen Vorhängen und Standing Ovations verabschiedeten sich die neun Tänzerinnen und Tänzer. Sie schufen eine neue Welt, in die einzutauchen es sich absolut lohnt.