Gesellschaft | 11.09.2012

Der sanfte Tourist

Text von Elisabeth Jimenez | Bilder von Katharina Good
Die Blätter färben sich langsam gelb-rot. Die Hauptsaison des Reisens ist vorüber. Zeit, sich einige Gedanken zum nachhaltigen Reisen zu machen. Schliesslich wollen wir im nächsten Jahr verantwortungsvoller unterwegs sein.
Die Seele baumeln lassen - aber verantwortungsvoll.
Bild: Katharina Good

Die Sommerferien sind schon vorbei und der Alltag hat wieder begonnen. Viele Menschen hat es in den Ferien in den Süden gezogen, an die Sonne und den Strand. Und sobald der Alltag wieder beginnt, sehnt man sich nach den Palmen und den leckeren Cocktails, die mit dem All-inclusive-Urlaub gebucht wurden. Auch mich zog es wiedermal in den Süden, um genauer zu sein nach Spanien. Zwei Wochen genoss ich gemeinsam mit meiner Familie die spanische Kultur. Wie sich herausstellte, waren die zwei Wochen viel zu wenig, denn wir rasten regelrecht mit unserem Mietauto vom einen Ort zum anderen. Gegessen wurde traditionell Paella, oder ein erfrischender Gazpacho. Und das zu meiner Überraschung in einem fair trade Restaurant. Na gut, so ein Restaurant ist ja nichts neues, in Spanien jedoch schon, denn es ist ein kleiner Schritt zur Umwelterhaltung. Langsam aber sicher pepeln sich auch die südlichen Länder auf und setzen immer wie mehr auf Solar-und Luftenergie.

 

45 Grad im Stau

Auffällig dabei ist die Tatsache, dass auch in spanischen Touristen-Ressorts vermehrt auf die Nachhaltigkeit geachtet wird. Bei den beobachteten Fortschritten plagt einen jedoch bald das schlechte Gewissen, wenn man mit einem Auto durch die Gegend düst. Doch die Menge macht es aus, und da wir nicht die einzigen Touristen sind, die mit einem Mietauto Südspanien bereisen, ist das Ergebnis des CO2-Ausstosses gigantisch. Und einmal abgesehen von der verursachten Luftverschmutzung: Wer steht schon gerne bei 45 Grad Celsius im Stau? Wir haben jedenfalls aus dieser Lektion gelernt und werden in Zukunft die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

 

Nach einer solch langen und vor allem verschwitzten Fahrt, sehnt man sich nach einer schönen, kalte Dusche. Und diese Dusche kann dann schon einmal 15 bis 20 Minuten dauern. Und da lauert auch schon das nächste Problem: Denn in Spanien ist Wasser eine Mangelware und sehr teuer.

 

Schlechtes Gewissen?

Schnell wird klar: Es gibt genug Fettnäpfchen, in die man als Tourist treten kann. Dabei muss das Ziel sein, die Gegend zu bewahren, in der man seinen Urlaub verbringt. Oft sind es dabei die kleinen Dinge die grosses Bewirken. Müll wegräumen, öffentlicher Verkehr nutzen, Fliegen nur, wenn nötig oder eben kurzes Duschen. Denn trotz allem sind wir Touristen eine wichtige Einnahmequelle für die Länder, in die wir reisen. Und ohne schlechtes Gewissen kann man seinen Urlaub gleich doppelt geniessen. Ausserdem wollen wir auch in den nächsten Sommerferien verreisen und das geht nur, wenn wenn wir alle unsere Urlaubsorte nachhaltig bewahren.