Kultur | 11.09.2012

Das Tohubohu sorgt für Durcheinander

Text von Fabienne Gsponer | Bilder von Fabienne Gsponer
Merci à  tout le monde et ... enjoy the show! Das Tohubohu in Siders ist eine Herausforderung der besonderen Art. Französisch trifft auf Deutsch, Elektro auf Hiphop und die neugierigen Besucher auf gute Musik. Alles zusammen ergibt schliesslich ein lustiges Durcheinander.
One man show mit Nemoy live. Birdy nam nam unterhielten das Publikum mit ihren Turntables.
Bild: Fabienne Gsponer

Der Sommer ist schon bald vorbei. Im Tohubohu-Festival in Veyras konnte man aber an diesem Wochenende das Sommerfeeling noch einmal richtig erleben. Zum Ende der Festivalsaison präsentierte das Openair ein abwechslungsreiches Musikprogramm mit einer Mischung aus regionalen und internationalen Bands. Das Festival ist mit etwa 5000 Zuschauern ein kleiner Geheimtipp im Wallis. Zwei Tage lang stand im Wallis neben Wein-Wandern einmal Electro, Hiphop und Rock auf dem Programm, was sicherlich auch viele Pilger auf ihren Wanderungen in den umliegenden Weingebieten zum Umweg durch das Festival verleitete.

 

Shit und Rock

Freitags standen die Hiphopper von IAM, sowie die Band Skip the Use mit einer Mischung aus Electro, Pop und Rock auf der Bühne und bewegten das Publikum. Samstags gab es einen Wechsel vom Hiphop zu etwas mehr elektronischer Musik, welche neben Rock für jede Menge ausgelassene Stimmung sorgte. Zu Beginn spielten Stuck in the Sound aus Frankreich eine Mischung aus Indie und etwas härterem Rock. Danach folgte The Shit. Ihre Musik erinnert an Elvis und Tarantino. Sie spielten Rock ‘n’ Roll im Stil der 60er-Jahre gemischt mit ungeschliffenen Gitarrenklängen des  Garage-Rock.

 

Tanzbare Energie

Elektronisch wurde es beim DJ-Set von Yuksek, der unter anderem Lieder von MGMT und Santigold, sowie eigene Songs in eine Ladung tanzbare Energie verwandelte. Nach Yuksek spielte Nemoy Live ein Set, welches für viel Begeisterung sorgte. Mehrere Instrumente und Musikstile fusionierten unter Nemoys Händen zu einem einzigartigen Musikerlebnis. Im Takt der Musik liefen im Hintergrund Bilder von Katzen mit pinken Beinen und anderen Kreationen über die Leinwand. Zum Abschluss rockte dann Birdy Nam Nam die Bühne. Alleine schon die DJ-Crew zu sehen, wie sie ihre Schallplattenspieler bearbeitet, reicht als imposante Darbietung. Die Musik dazu machte daraus eine richtig gute Party.

 

Neben den vielen Konzertbesuchen konnte man beim Waffeln mit Schokolade essen unter anderem wieder einmal sein Französisch aus dem Bonne Chance 2 auffrischen. “Une gaufre – au chocolat – merci.” Und nebenbei auch noch etwas fürs Leben lernen; “Ce qui mange, triche!” – Wer etwas isst, schummelt, weil er damit länger feiern kann. Im Verlaufe des Abends wird die Zunge aus Erfahrung meist etwas lockerer, so dass auch die Gespräche durchaus interessanter werden und man schliesslich feststellt, dass die Menschen eigentlich überall gleich ticken. Nur die Party ist manchmal auf der anderen Seite der Sprachgrenze besser. Daher sollte man seine Grenzen auch mal überschreiten.

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