Gesellschaft | 21.08.2012

Vegetarisches im Wohnquartier

Eine Bernerin erweitert mit ihrem Äss-Egge das Take Away-Angebot in der Hauptstadt um eine vegetarische Alternative. Tink.ch stoppte auf der vegetarischen Entdeckungsreise und nahm sich etwas mit.
Salate, warme Quiche und Teigwaren zum Mitnehmen. Das Konzept des Äss-Egge scheint zu funktionnieren. Zu trinken werden Getränke, jenseits des Massenkonsums serviert: Bionade oder Gazosa. Trotz nur vereinzelter Sitzplätze boomt der Laden im Berner Lorrainequartier.
Bild: Martin Sigrist

Esther Bigler wollte vor zwei Jahren das Angebot an vegetarischen Lokalen im Lorraine-Quartier der Hauptstadt aufbessern. Seit Sommer 2010 bietet sie nun in ihrem Äss-Egge jeden Mittag unter der Woche von 11.30 Uhr bis 14.00 Uhr ein vegetarisches und teilweise auch veganes Buffet an, hauptsächlich als Take Away, wobei das kleine Lokal an einer Hausecke einer Wohnstrasse auch ein paar Plätze im Inneren und draussen bietet.

 

Die Auswahl der Gerichte ist überschaubar, passend zum Sommer sind an diesem Mittag ein paar Salate im Angebot, dazu warme Teigwaren und eine ebenfalls warme Quiche. Zusätzlich sind Müesli, sowie spezielle Getränke, etwa Gazosa oder Bionade im Angebot. Im Winter werden wärmende Suppen nach der Fünf-Elemente-Theorie, welche aus der chinesischen Philosophie und Weltanschauung kommt, zubereitet. Die Gerichte sind somit saisonal und soweit möglich bio. Vegetarisch sind die Gerichte sowieso, vegane Gerichte gibt’s in kleinerer Zahl ebenfalls. Deklariert ist zwar nichts, doch der Laden ist so klein, dass kundiges Personal nicht weit ist. Das vegane Angebot ist auf jeden Fall gut genug, dass einmal monatlich der vegane Stammtisch dort abends zu finden ist.

 

Informatik in der Küche

Den Laden schmeisst die gelernte Informatikerin ganz alleine, an zwei Mittagen pro Woche kriegt sie zudem Hilfe von einer Bekannten, die beim Abwasch in der Küche mithilft. Ansonsten ist der Äss-Egge ein Einpersonenbetrieb. Die Gastro-Erfahrung hat Esther Bigler unter anderem in einer Klinikküche gesammelt.

 

Am Viktoriarain in der Lorraine sind zahlreiche Firmen nicht weit, die wenigen Plätze sind am Mittag unseres Besuchs alle besetzt und immer wieder kommen Leute, die sich das Essen mitnehmen. Nur die Schüler wollen nicht so recht, das Essen sei ihnen wohl zu vegetarisch, meint die Chefin.

 

Günstig und gut

Das Essen ist mit 3.40 Franken für 100 Gramm im Rahmen des üblichen. Die Auswahl ist nicht riesig, doch soweit sich diese täglich ändert sollte einem auch beim zweiten Besuch nicht langweilig werden. Am Testtag gab es verschiedene Salate, Linsen mit Räuchertofu, griechischer Salat sowie weitere Salate mit Pasta oder Glasnudeln. Bei heissem Wetter war diese Zusammenstellung perfekt. Das Essen war schmackhaft und hübsch zubereitet, jedoch nicht besonders aufregend. Für einen schnellen Bissen über Mittag ist der Äss-Egge aber eine aussergewöhnliche und positive Bereicherung des sonst oft eintönigen Angebotes an Döner, Sandwiches und Pizzen.

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