Kultur | 08.08.2012

„Of Brienz öppis ga erledige“

Text von Melanie Bösiger | Bilder von Kathrin Ernst
Die Organisatoren des Brienzersee Rockfestivals setzen auf Schweizer Musik und viel Mundart. Erster Hauptact waren am Donnerstagabend die Berner Züri West um Sänger Kuno Lauener. Sie begeisterten das Publikum mit vielen neuen Songs und alten Geschichten.
Sie mussten "of Brienz öppis go erledige" und machten ihren Job gut. Züri Wescht spielte als Zugabe sogar den Evergreen "I schönke dir mis Härz".
Bild: Kathrin Ernst

Jeder fleissige Radiohörer kennt mittlerweile die Songzeilen „I rusche grad hie i miim Chare am Grauholz verbi, Richtig Züri Flughafe, uf der Outobahn, Mi Schatz und di Chlini chöme hei vo Göteborg“ aus der Hitsingle „Göteborg“ von Züri West. Umso mehr freuen sich die Rockfest-Besucher und vor allem -Besucherinnen, als Kuno Lauener einsetzt mit „Richtig Interlake uf där Houptschtrass, i mues nach Brienz, dert öppis ga erledige“. Dass der Songtitel in dieser Textversion nicht mehr vorkommt, scheint die Brienzer Zuhörer nicht zu stören. Und auch nicht, dass Kuno Lauener im zweiten Refrain plötzlich „Spiez“ singt, anstatt „Brienz“.

 

Der beste Award

Züri West übertönen den Regen, der auf das Dach des Festzeltes prasselt, und lassen das Publikum vergessen, dass die Zelte, in denen es nächtigen sollte, wahrscheinlich längst unter Wasser stehen. Sie spielen ein rockiges Set, getragen von vielen Songs der neuen Platte und alten Klassikern wie „Fingt s Glück eim?“ oder „Mojito“. Auch Mani Matters „Alpeflug“ begeistert in rockigem Gewand das Publikum. Zeitweise spielen von den sieben Bandmitgliedern vier gleichzeitig Gitarre, und passend dazu zeigt der bandeigene Techniker eine beeindruckende Lichtshow. Kuno Lauener scherzt derweil mit den Zuschauern, erzählt vom Publikumslieblings-Award, den Züri West am Brienzersee Rockfestival 1989 erhalten hat. Der Pokal sei schöner als jeder Swiss-Music-Award oder Prix Walo, den sie seither gewonnen haben.

 

Doch noch ein Herz

Darüber vergehen die 90 Minuten viel zu schnell, die erste Zugabe ist bereits gespielt und das Publikum vermisst „I schänke der miis Härz“. Züri West kommen ein letztes Mal auf die Bühne und beginnen die bekannte Melodie zu spielen. Die Zuhörer singen von alleine, Kuno Lauener muss den 2000-köpfigen Chor nur noch dirigieren. Im Refrain setzt aber auch der Sänger ein, und wird vom Publikum nach den letzten Zeilen mit einer Welle verabschiedet.