Kultur | 22.08.2012

In Frack und Zylinder nahe am Herzinfarkt

Zum Abschluss der 37. Musikfestwochen ist mit The Hives eine der besten Live-Bands der Welt zu Gast in der Steinberggasse. Und auf deren Qualitäten kann man sich zurecht verlassen wie auf Steuern und den Tod!
Das Herz der Musikfestwochen: die Steinberggasse.
Bild: zvg Macht auch als Bühnenbild eine gute Figur: The Hives-Sänger Pelle Almqvist. zvg/musikbilder.ch

Zwölf Tage, drei Bühnen, fast 90 Veranstaltungen und 60 Prozent Schweizer Musik, das sind die Winterthurer Musikfestwochen in Zahlen. Seit dem 15. August herrscht in Winterthur der Ausnahmezustand. Auch die umliegenden Clubs lassen die Korken knallen und runden das Angebot mit vielen Partys und Konzerten ab.

 

Mit der Steinberggasse ist das Festival in einer der schönsten Strassen der Schweiz beheimatet. Und wer schon einmal zwischen diesen schönen Fassaden gestanden hat, kann sich vorstellen was das Publikum an jenem Augustabend erwarten wird.

 

Hochkarätiger Support

Eröffnet wird der Abend um 17.15 Uhr durch den US-Songwriter Dave Hause. Nur mit seiner Gitarre ausgerüstet wird der ehemalige Sänger und Gitarrist zahlreicher Punk- und Hardcore-Bands den Abend mit viel Gefühl einleiten. Danach müssten die Zapfhähne eigentlich von Turbinenbräu auf Guinness umgestellt werden. Mit der irisch-amerikanischen Kombo Flogging Molly kehren alte Bekannte nach Winterthur zurück. Schon 2004 verzauberten sie die Zuhörer mit ihren irischen Instrumenten wie Mandoline, Banjo, Violine und Akkordeon.

 

Hexenkessel Steinbergasse

Was stellen The Hives wohl mit einem Publikum an, welches bereits von Flogging Molly zum Glühen gebracht wurde? Eines ist klar, Sänger Pelle Almqvist wird ihnen keine ruhige Minute gönnen. Der vom Spin Magazin zurecht auf die Liste der “50 Greatest Frontmen of all Time” gesetzte Exzentriker liebt es, die Fans so richtig aufzuheizen. Das diesjährige Abschlusskonzert der Musikfestwochen ist ein absolutes Muss für alle Fans von fantastischer Livemusik!

 

Musik und Gratin

Eine weitere Bühne steht beim Kirchplatz, auf dem zu Beginn der Musikfestwochen ein Grossteil der Veranstaltungen stattgefunden hat. Neben vielen sehenswerten Bands aus der Schweiz, Deutschland, Belgien und den USA kann man sich auch kulinarisch verwöhnen lassen. “El Tipico” serviert jeden Tag ein neues Menü, bei dem zum Beispiel die Küche aus dem Orient oder dem Tessin im Zentrum steht. Eines bleibt sich aber gleich: Zu jedem Menü wird der passende Gratin serviert.

 

Tief in der Bevölkerung verankert

“Die Winterthurerinnen und Winterthurer lieben ihre Musikfestwoche”, schreibt Ernst Wohlwend, Stadtpräsident von Winterthur in der Programmzeitung. Dieser Aussage werden sicherlich nur wenige widersprechen. Dass in so zentraler Lage zwölf Tage gefestet werden könne, sei nicht selbstverständlich. “Das spricht für die Begeisterungsfähigkeit der Winterthurerinnen und Winterthurer”, stellt Wohlwend fest. Und so freut sich der abtretende Stadtpräsident schon jetzt auf die nächste Ausgabe, bei der er sicherlich mehr Zeit haben werde, selber daran teilzunehmen.