Kultur | 29.08.2012

Alles kommt eines Tages zurück

Text von Fabienne Gsponer | Bilder von Yvan Jost
Che Sudaka sorgen für jede Menge Stimmung auf der Bühne. Die Band aus Spanien überraschte in Gampel mit ihrer fröhlichen Musik und lustigen Einfällen das Festivalpublikum. Auf drei wurde losgerudert, der Sänger verwandelte sich in einen Japaner und die Band sang plötzlich in deutsch. Dabei verteilten sie jede Menge Energie, und erhielten sie in doppelter Menge wieder zurück.
Che Sudaka haben selber eine Vergangenheit in der Grauzone der Gesetze.
Bild: Yvan Jost

Das Wort Sudaka ist spanisch. Bei einem Besuch in Spanien sollte es aber besser nicht benutzt werden, da es einer uncharmanten  Bezeichnung für südamerikanische Immigranten gleichkommt. Dass sich die Band diesen Eigennamen gegeben hat, hat mit ihrer Vergangenheit zu tun. Bei den Bandmitgliedern handelt es sich fast ausschliesslich um südamerikanische Immigranten, die vor mehr als zehn Jahren illegal nach Spanien eingereist sind. Da sie keinen Pass hatten, waren sie an den meisten Orten unerwünscht und mussten sich irgendwie durchschlagen. Also brachten sie sich selber das Spielen bei. So konnten sie mit Strassenmusik schliesslich etwas Geld verdienen. Aus der Gruppe entstand schliesslich Che Sudaka. Die Band bestand ursprünglich aus den argentinischen Brüdern Leo und Kachafaz. Die restlichen Bandmitglieder wechselten im Laufe der Zeit. Mittlerweile sind zwei Kolumbianer, ein Argentinier, ein Spanier und ein Portugiese in der Band.

 

Zehn Jahre und die Gitarre spielt weiter

Che Sudaka ist heute überall auf der Welt unterwegs. Ihre Musik ist wild, packend und voller Energie. Dafür mischen sie die verschiedensten Stilrichtungen miteinander – von Cumbia über Ska und Punk bis zum Hiphop. Die Musik, so meinen sie, soll die Leute motivieren. In erster Linie geht es ihnen darum, eine gute Zeit zu haben und mit den Menschen, die ihre Konzerte besuchen, abzufeiern. Denn wenn die Menschen voller Energie sind, dann komme diese wieder auf sie zurück, so Leo von Che Sudaka. Vom Berühmt werden halten sie deshalb in der Vergangenheit eher wenig.

 

Energie zu verteilen gelang ihnen dagegen sehr gut. Im Rahmen ihrer Welttournee zum 10-jährigen Jubiläum war die Band auch in Gampel zu Besuch und brachte das Publikum richtig in Feierlaune. Die explosive Stimmung, welche die Band mit ihren fröhlichen, lockeren Klängen verbreitete, wurde vom Publikum in doppelter Weise zurückgegeben. Mitten im Konzert setzten sich alle auf den Boden und begannen im Takt der Musik mit den Händen zu rudern, bis die Musik wieder lauter wurde und alle auf Kommando aufsprangen und weiter tanzten. Da die Band kurz zuvor in Japan unterwegs war, verwandelte sich der Sänger kurzerhand in einen japanischen Kungfu-Kämpfer und sang plötzlich in japanisch. Danach folgten wieder Texte in Spanisch und Englisch, manchmal auch Französisch. Und schliesslich riefen sie in deutsch noch «Kein Mensch ist illegal« ins Oberwallis.

 

Illegal ist nicht real

Illegal zu sein ist eine Idee in den Köpfen vieler Menschen, meint Che Sudaka. Tatsächlich hatten die einzelnen Bandmitglieder eigene Erfahrungen damit gemacht, sich nach Gesetz illegal in einem Land aufzuhalten. Durch die Musik versuchen Che Sudaka  daher  die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass es als Solches keine illegalen Menschen gibt. Ihre Texte sind auch politisch, jedoch immer mit einer Prise Humor gewürzt, da die Band nichts im Leben wirklich Ernst meint.

 

Das Publikum war jedenfalls begeistert von Che Sudaka. Die Zuschauer sprachen vielleicht nicht alle spanisch, aber das man eine nicht verstanden werden muss, um das Publikum zu begeistern hat ja bereits Ska-P bewiesen. Che Sudaka hatte soviel Energie, dass alle begeistert mitmachten. Man verstand sich auch ohne Worte auf Anhieb.

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