Kultur | 06.07.2012

Ein Rückblick auf das 36. Openair St.Gallen

Text von Julian Stiefel | Bilder von Julian Stiefel.
In vielerlei Hinsicht lieferte das diesjährige Openair St.Gallen einen Rekord. Dass bereits Ende Mai ausverkaufte Festival konnte einen Ansturm verzeichnen, wie nie zuvor. Die Temperaturen waren so hoch, dass es im Sittertobel fast zu einem Hitzestau kam. Und nicht zuletzt überzeugte die Musik. Besucherinnen und Besucher, wie auch Bands sind einmal mehr begeistert von der einzigartigen Atmosphäre.
Es war heiss am diesjährigen Openair St. Gallen. Dementsprechend versorgten sich viele gegen den kleinen ... ... und grossen Durst. Auch Schatten war im Sittertobel dieses Jahr gefragt. Der absolute Höhepunkt erreichte aber nicht das Thermometer, sondern Die Toten Hosen auf der Bühne.
Bild: Julian Stiefel.

Von Donnerstag bis Sonntag feierten täglich rund 30’000 Personen im Sittertobel am 36. Openair St. Gallen. Die Veranstalter verzeichnen damit ein Rekordjahr. Die Pflichtveranstaltung für jeden St.Galler wurde dieses Jahr mit fast durchgehend perfektem Wetter belohnt. Das Openair überzeugte auch mit seinem vielfältigen Line-Up. Das musikalische Highlight waren dabei zweifelsohne Die Toten Hosen. Auch andere Bands wie Florence&The Machine, Deadmau5, Gossip oder The Kooks fanden grossen Anklang. Einen stimmungsvollen Festivalausklang durfte man von den Briten Mumford&Sons erwarten.

 

Grosser Ansturm

So früh wie nie machten sich die Festivalbeigeisterten auf den Weg ins Sittertobel. Bereits am Dienstag Abend erblickte man am Bahnhof die ersten Camper, ausgestattet mit Bier, Zelt und Stuhl. Christof Huber, Geschäftsführer des Openairs in St. Gallen, erzählt, wie er bereits am Dienstag um 22.30 Uhr über die ersten wartenden vor dem Eingang informiert wurde. Bis Donnerstag Mittag staute sich die Menge dann bis in die Zürcher Strasse hinein. „Wir haben beschlossen, die Tore bereits drei Stunden früher, also um 14 Uhr zu öffnen. Ansonsten wäre es zu Verkehrsstörungen auf der Zürcher Strasse gekommen.“ Rund 20’000 Nachtschwärmer starteten am Donnerstag in das Festivalwochenende.

 

Hitze machte zu schaffen

„Ich hatte gerade einen kleinen Kreislaufzusammenbruch. Diese Hitze ist unglaublich“. So beschreibt Benjamin Griffey alias Casper das Wetter. Egal ob im Bus, beim Anstehen oder auf dem Gelände: Die Hitze machte vielen zu schaffen. Auf bis zu 32 Grad Celsius stieg das Thermometer. Viele beklagten sich darüber. Die Veranstalter versorgten das Publikum während dem Anstehen und bei ganz heissen Konzerten mit genügend Wasser. Die kühle Sitter nahe des Festivalgeländes sorgte für Abkühlung. Gemäss Mitteilung machte sich das Wetter auch an den Verkaufsständen bemerkbar: 167’800 Liter Bier und 92’500 Liter Mineral wurden verkauft. Schliesslich sorgte ein Nieselregen am Sonntag für Abkühlung. Egal ob Regen oder Sonne, die Kleidung war immer nass – wenn man denn gerade welche trug.

 

Musikalische Vielfalt

Das Openair St.Gallen hat bekanntlich für jeden Geschmack etwas zu bieten. Für den grössten Auflauf sorgte der Auftritt der Toten Hosen. Sänger Campino heizte dem Publikum zum 30-jährigen Jubiläum mächtig ein. Dicht an dicht drängten sich deshalb nasse Körper an nasse Körper. Die deutschen Musiker verstehen es, ihr Publikum mit einer engagierten Live-Show mitzuziehen. Es wird mitgesungen und das Publikum springt umher. Ein Dutzend Pyros wurden am Konzert gezündet. Und auf das Crowdsurfing-Verbot legte in St. Gallen ebenfalls niemand mehr Wert. Schade nur, dass das Surfen über dem Publikum in St.Gallen nicht allzu gut funktionierte.

 

Anschliessend versetzte der Kanadier Deadmau5 mit seinem Auftritt und der Lichtshow das Publikum in Trance. Manch einer wird noch von dieser «technologischen Orgie- und der leuchtenden Maus-Maske geträumt haben.

 

Am Freitag zog die charismatische Florence Welch mit ihrer Band Florence&The Machine das Publikum in ihren Bann. In ihren wehenden Kleidern flog sie über die Bühne und überzeugte das Publikum mit mitreissender Stimme. Nicht so überzeugend war die Performance von Techno-Ikone Paul Kalkbrenner. Von vielen Gästen wurde seine Musik als monoton bezeichnet.

Am Sonntag sorgten The Kooks, Paolo Nutini und Mumford&Sons mit ihren eingängigen Folksongs für einen perfekten Ausklang.

 

Das Datum für die 37. Ausgabe des Openair St.Gallen steht laut den Organisatoren bereits fest: Vom 27. bis zum 30. Juni 2013 wird das Sittertobel erneut belagert.