Kultur | 10.07.2012

Auf Fischfang

Text von Chiara Nauer | Bilder von Chiara Nauer
Der erste Fang der Band Hecht ist ihr Debütalbum "Wer zerscht s'Meer gsehd", das am 25. Mai erschienen ist. Eine Woche lang durfte das Album die Luft der offiziellen Schweizer Hitparade auf Platz 72 schnuppern.
Das Cover bringt die Energie des Albums bereits zum Ausdruck.
Bild: Chiara Nauer

Die drei Freunde Stefan, Christoph und Rolf stammen aus Luzern und wohnen jetzt in Zürich. Seit langem spielen sie zusammen und produzieren Musik. Letzten Herbst kamen noch Philipp und Daniel dazu, die die Band komplettierten. Sie nennen sich Hecht. Die Band ist mit ihrem Einstiegjahr frisch im Geschäft, aber in kürzester Zeit zur Vorband von Baschi und 77 Bombay Street mutiert.

Nach nicht einmal einem Jahr gaben sie bekannt, ihr Debütalbum herauszugeben. Und nun steht es in den Plattenregalen von Media Markt und ist bereit einem Hörtest unterzogen zu werden.

 

„Leg di Chopf a mis Herz“

Das erste Lied legt gleich mit einem schnellen Takt, Gitarre und Schlagzeug los. Der Kopf nickt von alleine, die Füsse wippen unaufhörlich. Die erste Pause wird beim sechsten Lied „Autopilot“ eingelegt. Eine Ballade, die etwas ruhiger ist, der es aber nicht an den typischen Pop-Klängen fehlt. Am Ende des Stücks angelangt, nimmt das Tempo wieder zu und zieht durch bis zum „Fischermeitschi“. Die Inspiration dieses Textes fand Stefan Buck, der Sänger, bei Heinrich Heine und seinem Gedicht „Du schönes Fischermädchen“.

 

Das Lied ist sehr langsam und strahlt Geborgenheit aus. Die akustische Gitarre und der Geigenpart verstärken dies. Ein kurzer Moment, in dem man die Seele baumeln und den Gedanken freien Lauf lassen kann.

Plötzlich ist es vorbei mit der Ruhe und die Geborgenheit wird abgelöst von der Erzählung vom Umzug der Landbuben in die Stadt. Natürlich mit Riffs, die Geschwindigkeit mitbringen.

Dann ist sie wieder da, die Ruhe. „Das Karussell“ läuft gerade. Es handelt von weissen Elefanten, die sich um die eigene Achse drehen, und vom Sommer in Paris im Jahre 1906. Der Übergang dieser drei letzten Lieder ist nicht unbedingt gut durchgedacht. Dafür der Rest des Albums.

 

„De Staubsuger ond ech schlofed am gliche Ort“

Die Texte sind eingängig und der Indie-Pop angenehm zu hören. Wer aber nach anspruchsvollen Themen sucht, wird bei dieser CD in Leere greifen. Meistens geht es um Verliebtheit, Spass und darum, die Zeit zu geniessen. Ernsthafte Angelegenheiten oder kritische Punkte unserer Gesellschaft werden umgangen. Ausser bei „Weder mol chli dra“: Da wird Liebesschmerz beschrieben, der nicht einfach zu heilen ist, wenn man die Exfreundin dem Kollegen zu gönnen versucht.

Manchmal ist man sich auch nicht ganz sicher, wie viel sich Stefan beim Schreiben überlegt hat oder ob er einfach nach Wörtern suchte, die sich reimen. Ausser man erkennt den Zusammenhang zwischen einem vollen Schrank und Speis und Trank.

 

„Zwee Woche im Meer ond im Rotwii bade“

Da ist die Verbindung aus gemütlichen Grillen mit Freunden und „Wer Zerscht s’Meer Gsehd“ deutlicher. Spätestens bei „Italia“ wird sich auch der Heavy Metal Fan geschlagen geben und mit einem Glas Rotwein anprosten.

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