Kultur | 27.06.2012

Die kleinere Messe wider den Kunstzirkus

Text von Martin Sigrist | Bilder von Martin Sigrist
Während der weltweit grössten Kunstmesse für Gegenwartskunst, der Art Basel, lockte auch die Volta-Show wieder Kunst-Afficionados ans Rheinknie; dies auf unkomplizierte und preiswerte Art.
Baptiste Debombourg, Aggravure IV, Kuk Galerie, Köln. Andreas Schulenberg, Crime Scene -“ Hammer and Screw, Specta, Kopenhagen. Jill Sylvia, Untitled (Vertical Installation), Magrorocca, Milano. Rero, Untitled (The Installation Failed...), Backslash Gallery, Paris. Levin van Veluw, Origin of the Beginning 1.2, Galerie Ron Mandos, Amsterdam. Pe Lang, Moving Objects No. 692-803, Galerie Mario Mazzoli, Berlin.
Bild: Martin Sigrist

Dieses Jahr fand in der Woche der Art Basel zum achten Mal die Volta-Show – kurz Volta – statt. Nach den Anfängen in der Voltahalle, woher die Messe ihren Namen hat und einem Intermezzo im Kleinhüninger Hafen, ist sie nun zum dritten Mal in der Dreispitzhalle zu Besuch. Die Zukunft der Messe ab dem nächsten Jahr ist zumindest am jetzigen Ort noch unklar – wie auch für die Scope, die nicht mehr auf dem Kasernen-Areal gastieren wird. Die diesjährige Ausgabe wird dauerhafte Spuren hinterlassen, denn unweit der Volta wurde an der Münchensteinerstrasse vom Basler Graffitikünstler Smash137 ein Wandgemälde angebracht.

 

In Basel zeigten in diesem Jahr 81 Galerien und Ausstellende aus der ganzen Welt ihre Schätze. 67 waren bereits in früheren Jahren dabei. Der Fokus lag auf Europa und Amerika. Ob ein Bild aus Heftzwecken von Baptiste Debombourg, ein Kinderzimmer von Levi van Veluw, bedeckt mit tausenden Holzwürfeln, oder das Faden-Ringe-Gebilde Moving Objects No. 692-803 des Schweizers Pe Lang: Kunst an der Volta macht Spass und die Werke sind auch für Nicht-Kenner durchaus zugänglich.

 

Niederschwelliger

Die Messe fand zeitlich parallel zur Art Basel von Montag bis Samstag statt, ohne jedoch Teil davon zu sein. Die Volta ist unabhängig und zeigt dies etwa darin, dass sie ihre Tore bereits ab Montagnachmittag für das gemeine Publikum öffnet.

 

Auch preislich zeigt sich die Volta etwas näher am Publikum, zumindest an jenem mit nur durchschnittlich gefülltem Geldbeutel. Die Arbeiten an der Volta sind preislich tiefer angelegt, wobei Objekte im Gefilde der Gegenwartskunst auf internationalem Niveau dennoch 20’000 Euro kosten können. Verglichen mit den Auslagen an der Art Basel sind dies freilich wahre Schnäppchen. Noch einmal günstiger ist die jährliche Volta Edition, dieses Jahr bestehend aus drei Bildern des Künstlers Jason Gringler in einer Auflage von zehn Stück. Als Set kostet sie 950 Euro.

 

Ganz allgemein weht an der Volta ein anderer Wind als an der Art Basel. Obwohl die Galerien und das Publikum aus der ganzen Welt nach Basel kommen und es auch im Dreispitz um viel Geld geht, scheint die Stimmung viel freundlicher und offener. Gesprächige Galeristen erzählen freizügig und sympathisch von ihrem Angebot und die künstlerische Direktorin der Volta, Amanda Coulson, flitzt während den Öffnungszeiten mit ihrem Nachwuchs in den Armen durch die Gänge.

 

Schwester in den USA

Wie viele andere Kunst-Messen in Basel hat auch die Volta eine eigene Schwester in Übersee. In diesem Frühjahr fand die Volta New York zum fünften Mal parallel zur Armory Show statt, jener grossen Kunstmesse im Big Apple. Dort zeigt die Volta im Gegensatz zu Basel pro Galerie jeweils nur eine Künstlerin oder einen Künstler.

 

Nicht nur bei den Gästen hatte die Messe Erfolg. Erfolgreich scheint sie auch für die Galerien gewesen zu sein, von Wirtschaftskrise und Katerstimmung war nichts zu hören. Ganz im Gegenteil: Es wurden gute Verkäufe über die ganze Woche vermeldet.

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