Gesellschaft | 20.06.2012

Das Hallenbad Bireggstrasse wird zum Ort der Begegnung

Text von Savino Carruso | Bilder von Savino Carruso
Das Luzerner Hallenbad an der Bireggstrasse wird schon bald trocken gelegt. Wer nochmals vom über 40-jährigen Sprungturm ins Nasse springen möchte, kann dies bis zum 1. Juli tun. Dann wird das Bad erst einmal geschlossen. Doch nicht für immer. Die Stadt Luzern hat einen Wettbewerb für Nutzungsprojekte lanciert und möchte noch in diesem Jahr das Gebäude einem Zwischennutzer übergeben.
An einem Infoanlass wurden Anwohner über die geplante Zwischennutzung informiert.
Bild: Savino Carruso

Wie in der Ausschreibung dargelegt möchte die Stadt Luzern, welche Eigentümerin des Hallenbads ist, bis zur Realisierung eines neuen Projekts auf dem Areal das Gebäude zwischennutzen lassen. Damit kann ein Leerstehen und Verwahrlosen der Liegenschaft verhindert werden. Auf fünf Seiten wird deshalb das Gebäude kurz beschrieben und eine Menge Punkte und Anforderungen werden für die möglichen Interessenten aufgezeigt. Die Räume stellt die Stadt einem geeigneten Zwischennutzer ohne Mietzinsforderung zur Verfügung. Im Gegenzug will sie keine Betriebsbeiträge bereitstellen. Die Betriebs- und Nebenkosten müssen durch den Vertragspartner übernommen werden. Nach Schätzungen der Stadt belaufen sich diese Kosten auf mindestens 100’000 Franken pro Jahr. Am 15. Juni ist Einsendeschluss der Konzepte, welche danach durch eine Jury, bestehend aus verschieden Verantwortlichen der Stadt, der IG Kultur und des Quartiervereins, geprüft werden.

 

Treffpunkt fürs Quartier

Das einzige bis jetzt offiziell bekannte Konzept welches eingereicht wird, ist das breit abgestützte “Neubad”. Das Konzept basiert auf der Idee, einen Ort für eine Kultur der Offenheit zu kreieren. Das alte Hallenbad soll zum Treffpunkt werden wo sich die Menschen aus allen möglichen Richtungen begegnen können um Ideen und Gedanken auszutauschen. Man adressiert sich an alle mit dem Interesse an zukunftsweisenden Ideen, an alternativen Handlungsoptionen, wie auch der Stadtentwicklung. Ziele gibt es viele. Grundsätzlich soll Neues entstehen, konstruktive Diskussionen sollen geführt werden und Luzern auf eine kreative sowie kulturelle Weise positionieren.

 

Konkret besteht das Zwischennutzungskonzept aus drei Pfeilern, welche eine ideengerechte aber auch eine finanziell realistische Umsetzung garantieren sollen. Der erste Pfeiler ist die Gastronomie. Eine Beiz als Treffpunkt und Austausch-Ort für alle. Daneben gehört die vernetzende Bedeutung des Zentralen Ortes zu einem der Hauptanliegen.

 

Ateliers und Veranstaltungen

Hinzu kommt der Bereich mit Ateliers und Co-Working. In den Umkleidekabinen, der kleinen Schwimmhalle sowie im Untergeschoss hat es Raum für Kultur und Kreativität. Ateliers, Büros und Proberäume kommen zu den Co-Workingplätzen dazu. Möglichst alle Raumbedürfnisse ob fix oder temporär sollen abgedeckt werden. Auch hier spielt das Miteinander verschiedenster Bereiche und Menschen eine wichtige Rolle. Inspiration und neue Ideen durch Austausch.

 

Veranstaltungen bilden den dritten Pfeiler. Vor allem die grosse Schwimmhalle bietet Platz und Atmosphäre für Events jeglicher Art. Darin soll von Ausstellungen über öffentliche Vorlesungen bis zu privaten Veranstaltungen alles stattfinden können. Die Macher zeigen mit ihrem Projekt, dass die Stadt Luzern über gute, verrückte Ideen verfügt und Menschen beherbergt, welche bereit sind, sich für das Wohlbefinden der Gemeinschaft einzusetzen,