Kultur | 06.06.2012

Attraktives Line-up und ausverkaufte Tickets

Text von Julian Stiefel | Bilder von Julian Stiefel
In wenigen Wochen verwandelt sich das Sittertobel in die gemütliche und geliebte Zeltlandschaft. Zum 36. Openair St.Gallen locken die Veranstalter mit einem besonders attraktiven Line-up. Die Tickets waren so schnell wie nie vergriffen.
Die Hände recken sich in diesem Jahr auch nach dem Tickets. Das Festival war rekordschnell ausverkauft.
Bild: Julian Stiefel

Das OpenAir St.Gallen geniest momentan Aufmerksamkeit durch unzählige Facebook-Posts wie «Ticket gesucht!- oder “Das kann doch nicht sein”. Das diesjährige Openair ist bereits seit letztem Dienstag ausverkauft. Beim Organisationskomitee spricht man von rekordverdächtigen Verkaufszahlen und Problemen mit dem Schwarzmarkt. Befinden wir uns in einem «Festivaljahr- oder trumpft die St.Galler Veranstaltung mit ihrem Line-upso gross auf? Grössen wie Die Toten Hosen und Incubus werden vom 28. Juni bis 1. Juli jedenfalls die Bühnen zum Beben bringen.

 

Seit 1977 erstklassig

Das Openair St.Gallen ist eines der ältesten und grössten Freiluft-Musikfestivals der Schweiz. Die Veranstalter nennen es ein Beispiel für echte Nachhaltigkeit und setzen Masstäbe in Sachen Ökologie, Transparenz und Kommunikation. Tatsächlich scheint die Organisation solide: Seit seiner Gründung 1977 hat es als einziges grosses Festival der Schweiz jährlich stattgefunden. Markant ist auch die Lage in einem Naturschutzgebiet in Stadtnähe. Hochgelobt wird die hervorragende Atmosphäre und Stimmung. Umgeben von Wäldern und einem Fluss scheint es nicht verwunderlich, dass das St.Galler Openair als eines der schönsten Europas gilt. Auf eine Abtrennung von Camping- und Bühnengelände wird als fast einziges Openair der Welt verzichtet. Stolz darf es sich seit 2008 laut der grössten britischen Festivalplattform als fünftbeliebtestes Openair von Europa präsentieren.

 

Rekordverdächtige Verkaufszahlen

Der Vorverkauf durfte dieses Jahr einen neuen Rekord verzeichnen. Die Zahlen liegen deutlich über denen der letzten zehn Jahre. Mit 110’000 verkauften Tickets (20’000 Nachtschwärmer, je 30’000 von Freitag bis Sonntag) war das 36. Openair St.Gallen vier Wochen im Voraus ausverkauft. So früh war das letztmals im Jubiläumsjahr 1996 der Fall. Momentan sind noch 500 Sonntagstickets erhältlich. Eine Tageskasse an der Veranstaltung wird es nicht geben.

 

Das Jahr 2010 galt als Jahr der Veränderung. Die Einführung der 3-Liter-Getränkelimite beschränkte die Mitnahme von Getränken aufs Gelände. Trotz hochsommerlichem Wetter war das Openair mit 82’000 Tageseintritten erstmals seit 4 Jahren nicht mehr ausverkauft. Im Jubiläumsjahr 2011 schienen sich die Veränderungen des Vorjahres auszuzeichnen. Mit 105’000 verkauften Tageseintritten konnten sich die Veranstalter mit dem ausverkauften Festival zufrieden schätzen.

 

Illegaler Ticketverkauf

Die Enttäuschung über das früh ausverkaufte Openair ist bei vielen Fans gross. Verzweifelt wird über verschiedene Online-Plattformen nach Tickets gesucht. Diese werden im Internet oft zu überrissenen Preisen angeboten. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Openair St.Gallen verbieten jedoch den Weiterverkauf.

 

Bunt gemischtes Line-up

Das Openair St.Gallen präsentiert sich wie jedes Jahr mit einem äusserst vielfältigen Line-up. Nationale und internationale Künstler tragen zum sommerlichen Spektakel bei. Ganz an der Spitze steht die deutsche Band Die Toten Hosen. Sie gehören seit den achtziger Jahren in die deutschsprachige Musiklandschaft und begeistern die Fans mit ihren Liveshows. Das Jahr 2012 ist speziell: Die Band feiert ihr dreissigjähriges Jubiläum und ihr neues Album mit einer exklusiven Schweizershow.

 

Riesige Micky-Maus-Maske und eine phänomenale Lichtshow – das klingt stark nach dem Kanadier Deadmau5. Während dieser zur «technologischen Orgie- einlädt, bringt Gossip (USA) mit ihrem anarchischen Indie-Punk-Soul-Mix das Publikum zum tanzen. Die Schweiz wird dieses Jahr von Stress und Züri West vertreten. Dazu darf man sich auf viele weitere musikalische Höhepunkte freuen, wie etwa The Mars Volta (USA), Parov Stelar Band (AUT) oder Paul Kalkbrenner (D).

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