Kultur | 20.05.2012

Was taugen die alten Hasen noch?

Text von Simon Schmidt | Bilder von Manuel Lopez
Die Lovebugs stehen schon seit Ewigkeiten auf der Bühne und werden zu den Urgesteinen der Schweizer Musikszene gezählt. Man stellt gewisse Anforderungen an Bands, die sich schon seit langer Zeit im Musikbusiness halten können. Werden die Lovebugs ihrem Ruf noch gerecht? Am Openair Soundcheck stellen die fünf Basler ihre Erfahrung und ihr Können unter Beweis.
Seit einer gefühlten Ewigkeit im Geschäft: Die Lovebugs. Auf die eingängigen Melodien der Basler können sich alle einigen. Die Band schafft es immer noch, grosse Massen anzuziehen.
Bild: Manuel Lopez

Um 21.15 Uhr ist es soweit. Die zuvor laut hupend neben dem Zeltplatz vorbeigefahrenen Lovebugs betreten die Bühne des Openair Soundcheck. Allerdings ist der Festivalplatz noch ziemlich leer, doch mit den ersten Akkorden beginnt sich die Menge zu verdichten. Von Jung bis Alt tanzen die Festivalbesucher vor der Bühne. Von Dreadlocks bis Metalheads sind alle vertreten, vor allem der Frauenanteil ist hoch. Die Lovebugs schaffen es also immer noch, grosse Massen zu begeistern.

 

Bewährtes Rezept

Die Musik der Liebeskäfer ist simpel gestrickt und diese Einfachheit ist schon seit Ewigkeiten ihr Erfolgsrezept. Man nehme ein gezupftes Gitarrenriff, begleite schrubbend mit einer akustischen Gitarre, lege einen einfachen Rhythmus im 4/4-Takt darüber und füge dazu noch eingängige Melodien. Zum Schluss würze man das Ganze mit etwas Synthesizer. Voilà , fertig ist ein Lovebugs-Hit. Es muss allerdings auch gesagt sein, dass die Lovebugs sich weiterentwickeln. So klingt das eine oder andere Lied rockiger als vom herkömmlichen Brit-Pop der Basler bis anhin bekannt.

 

Mit dem Zeitgeist

Auch outfittechnisch gehen die Lovebugs mit der Zeit. Sie erscheinen in typischen Indie-Klamotten und versuchen aufstellungstechnisch von der momentan angesagten Band Mumford & Sons abzukupfern: Wie diese stehen sie in einer Reihe auf der Bühne, der Schlagzeuger mit einer Trommel um die Schulter. So spielen sie “ihren Reggae”. Doch rein musikalisch ändert dies nicht allzu viel. Der Drummer spielt den gewohnten Rhythmus und auch auf den Umhänge-Synthesizer konnte nicht verzichtet werden.

 

Wenig Aussergewöhnliches

Weitaus spannender wird es, als die fünf wie kleine Kinder um das Schlagzeug stehen, um darauf einzuschlagen. An Energie mangelt es den alten Hasen auf jeden Fall nicht. Sie verstehen es immer noch, das Publikum zu animieren und erreichen sogar, dass beinahe alle Hände in die Höhe gehalten werden und im Takt hin und her wippen.

Abschliessend kann man sagen, dass die Lovebugs trotz langer Karriere zu fesseln wissen. Sie spielen zwar nichts Aussergewöhnliches und ihre Fans bleiben ihnen vielleicht genau darum treu. Wer resistent ist gegenüber einer gewissen Monotonie und einfachen Brit-Pop aus der Schweiz geniessen möchte, ist bei den Lovebugs immer noch bestens aufgehoben.